§. 7. Mitwirkung Deutschlands . 111
Industrie durch die Vorstellung, daß Waaren für den großen KonsumWegen der Nichtanhestung der Preise nicht genügend gewürdigt werdenkönnten, manche Industrielle auch wohl durch die Abneigung vorerheblichen Kosten sür sorgsame Zubereitung, elegante Aufmachung undReinhaltung der Gegenstände abhalten lassen. In der That wargerade sür die Deutsche Industrie das Verbot der Preisanheftung,wogegen man durch Preiskataloge, Annahme von Agenten und Aus-kunft im Erkundigungsbüreau nur unvollkommene Abhülfe schaffenkonnte, besonders nachtheilig.
Im Allgemeinen reichte aber das Eingesendete wohl hin, um deneigenthümlichen Charakter, den Schönheitssinn und die Leistungen derDeutschen Industrie darzulegen. Z.
Es waren anfänglich für die vereinsländischen Erzeugnisse mitEinschluß des Antheils am Mittelschiff ftLvemre) 93 Quadrate untenund 21 Quadrate auf den Gallerten, zusammen 114 Quadrate, imAusstellungsgebäude eingeräumt, welche besonders mit Rücksicht daraus,baß mehrere Aussteller von Wollen-, Seiden- und gemischten Waarensehr reiche Lager eingesendet hatten, durchaus unzulänglich waren.Diese Beengung nöthigte zu einem geschmackwidrigen Zusammenhäufenund Aneinanderdrängen der Gegenstände und hat mit zu einigem, vonBöswilligen hier und da begierig verbreiteten und verstärkten Tadelber vereinsländischen Aufstellung in öffentlichen Blättern beigetragen.
Glücklicherweise für uns blieb ein Theil der von den benachbartenRord-Amerikanischen und Russischen Kommissaren angemeldeten Gegen-stände aus, während die Zusendungen aus dem Zollverein sich nochvermehrten, so daß bald nach Eröffnung der Ausstellung noch unten12 und oben 10 Quadrate zur besseren Darlegung der vereinsländischenArtikel eingeräumt wurden, mit Einschluß deren der Zollverein 136und vereinigt mit dem nördlichen Deutschland 142 Quadrate oder81,792 Quadratsuß einnahm — eine Raumfläche, welche ungefähr demoben (S. 107) angegebenen Bedarf an Aufstellungsplätzen entsprach.
') Abgedruckt im Handelsarchiv sür 1850. Berlin , bei Reimer. S. 4.
2) Handelsarchiv sür 1850. S. 5.
^) Als Stellvertreter für diese Mitglieder traten nachher die Herren Fabrik-besitzer Ravene, Sußmann und Borsig, der Mechaniker Baumann und der Jnstrn-Mentenmacher Stöcker zu Berlin , und als Sachverständige für die angemeldetenKunstgegenstände auf Borschlag des akademischen Senats die Herren AkademikerPros. Tiek, Pros. Kiß und Akademiker Alb. Wolff aus Berlin zu.
') Der wesentliche Inhalt dieser Bekanntmachung ist in die oben (S. 27) abge-bruckten Beschlüsse vom Januar 1851 mit ausgenommen.
») Der wesentliche Inhalt dieser Bestimmungen ist in den oben (S. 27) bereitsMitgetheilten allgemeinen Vorschriften mit enthalten.
°) Später wurde die Anmeldungsfrist bis 12. Februar und die Einsendungsfristk. April 1851 ausgedehnt.