Band 
Erster Theil.
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§. 9. Das Aiisstelümgsgebäube. jgz

man die eisernen Wasftrableitungoröhrcu nutzbar gemacht, welche mitden Hauptsäulen und deren Fundamentplatten zu einem System ver-bunden sind. Zur Verbindung der Säulen bei 24füßiger Entfernungdienen die gußeisernen Träger von 3 Fuß Höhe nach Art der sog. Git-terbalken. DaS Gewicht eines solchen Trägers betrug etwa 1340 Pfd.Zur Verbindung größerer Spannweiten, als 24 Fuß, sind Gitterbalkenvon Schmiedeeisen konstruirt, die ^ der lichten Weite zur Höhe erhaltenhaben. Das Dach besteht aus einer Menge kleiner Giebeldächer, derenSparren, 10 Zoll auseinanderftehend, aus 40 Zoll langen hölzernenSprossen bestehen. Die in den Sprossen eingestoßenen Ruthen dienenzum Einschieben der Glastaftln. Zwischen den Giebeldächern liegendie hölzernen Rinnen zur Ausnahme des Wassers, welches von hier indie eisernen Säulen und dann in die Wasserleitungsröhren untern, Fuß-boden fortgeführt wird. Das Querschiff ist halbkreisförmig überdeckt.Zu dieser Uebcrdcckung gaben die vorerwähnten bis 80 Fuß hohenBäume Veranlassung, deren Ueberfangung mit dem hohen Glasdacheinen nicht unwesentlichen Antheil an dem großartigen Effekt hat,den das ganze Bauwerk auf jeden Besucher macht. Die halbkreisför-migen Bogen dieser lleberdachung bestehen aus Holzstücken, mit eisernenBändern und Riegeln verbunden. Die Verglasung ist in ähnlicherWeise, wie bei den untern Giebeldächern, aus schräge gegen einandergestellten hölzernen Sprossen, mit eingeschobcnen Glastaftln hergestellt.Zur Verglasung der Dächer, so wie zur Verglasung der Seitenwändeist ganz gewöhnliches Tafelglas, Zoll stark, verwendet. Die Ver-wendung dieses dünnen Glases, so wie die Befestigung desselben inRuthen, gab zu vielen Beschädigungen und zu dem fortwährenden Ein-regnen Anlaß. Man bemühete sich nachträglich, diesem Uebel durchdas Beziehen der Dächer mit baumwollenem Stoff (Cannevas) zu be-gegnen; indeß kam dies nur bei einem Theile der Dächer zur Ausfüh-rung und gewährte auch da keine vollständige Abhülfe. Jeder Regenhinterließ die nachtheiligstcn Spuren, und dieser Umstand hat manchenStoff, manches schöne Möbel, der sorgfältigsten Aufsicht ungeachtet, be-schädigt und verdorben.

Der Fußboden zu ebener Erde besteht aus l^zölligen Bretternmit ^ zölligen Zwischcnräumen, damit der Staub durchsallen kann. DieGallerten ruhen auf gußeisernen Trägern in 24 Fuß Entfernung; zwi-schen diesen sind je zwei hölzerne Träger, mit einfachem eisernen Spreng-werk, angebracht. Der 1^ Zoll starke Bretterbodcn auf den Gallertenist scharf gefugt und in der Mitte, 12 Fuß breit, zur Aufstellung be-nutzt, während an den beiden Seiten 6 Fuß breite Passagen ange-ordnet sind.

Die ganze verglasete Fläche beträgt etwa 900,000 Quadratfuß,und die zur Ventilation, mit beweglichen Jalousieladen von Eisenblech,'eingerichtete Fläche beträgt circa 40,800 Quadratfuß. Das sämmtliche