8- 17. Britisches Zinn und Blei. 215
Pattinson gemachte Entdeckung, daß, wenn silberarmes Blet in einemgeeigneten Gefäße geschmolzen und ihm unter fortwährendem Umrührenmre langsame Abkühlung gestattet wird, sich bei einer gewissen Tempe-ratur, die dem Schmelzpunkte des Bleies sehr nahe liegt, Bleikrystallcan dessen Oberfläche bilden, sich zu Boden setzen und einen vielgeringeren Silbcrgehalt haben, als das angewendete Blei, während derSilbergehalt des im Gefäße zurückbleibenden flüssigen Bleies verhält-nißmäßig gestiegen ist.
Bei der praktischen Ausführung dieses Verfahrens benutzt Pat-tinson eine Reihe von acht eingemauerten gußeisernen Kesseln, von denenjeder eine besondere Feuerung hat und etwa fünf Tonnen Blei fassenkann. Das anzureichernde Blei wird in einem, in der Mitte stehendenKessel cingeschmolzcn, dann das Feuer abgezogen und unter stetem Um-rühren das Blei erkalten gelassen, wobei die Bleikrpstalle in demselbenVerhältnisse, wie sie sich bilden, mit einem durchlöcherten eisernen Löffelherausgenommen und in einen, auf der linken Seite stehenden Kesselgefüllt werden. Auf diese Weise werden etwa 4 Tonnen Bleikrystalleabgehoben, und das zurückbleibende flüssige Blei wird in den auf derrechten Seite stehenden Kessel geschöpft, und dieselbe Operation miteiner neuen Quantität Blei in dein entleerten Kessel wiederholt. Indem Verhältniß, wie sich die auf einander folgenden Kessel füllen, gehtder Krystallisationsprozeß ununterbrochen vorwärts, und wird das sichbildende silberarme Blei (die Blcikrystalle) stets in den ersten Kessel zurLinken, und das silberreiche Blei in den ersten Kessel zur Rechten gefüllt.In den letzten Kesseln erhält man dann auf der einen Seite ein fastvollkommen silberreines'Blei, was in Mulden in den Handel kommt,auf der anderen Seite dagegen ein sehr silberrcichcs, welchem auf demTreibheerde der Silbergehatt entzogen wird.
Das anzureichernde Blei, welches 10 Unzen Silber pr. Tonneenthält, ist durch dieses Verfahren bis zu einem Silbergehalte von'i Unze pr. Tonne auf der einen, und bis zu 300 Unzen pr. Tonne ausder andern Seite geläutert, und daraus ein Silberblick von circa4^ Centner dargestellt worden. Gewöhnlich wird jedoch die Anreiche-rung nicht über 90 Unzen Silber pr. Tonne Blei fortgesetzt.
I. Byers zu Stockton - on - Tees in Dnrham hat ebenfalls denBleigewinnungsprozeß durch eine schöne Sammlung erläutert, und der-selben noch gewalzte Bleiblechc und gezogene Bleiröhrcn mit und ohneVerzinnung beigefügt.
Der Herzog von Buccleuch hat von der Grube Wanloch Lead-hills in Dumfrieshire außer verschiedenen Blei- und Silberprodukten,das Modell eines, durch ihn verbesserten Kondcnsationsapparates fürBleidämpfe ausgestellt. Das Modell besteht aus einem länglichen vier-kantigen Thurm, getheilt in zwei, am oberen Ende durch eine Oeffnungverbundene Kammern, von denen die eilte mit dem Schmelzofen, die