Band 
Erster Theil.
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H. 17. Britisches Salz und Düttgmittcl. 225

12. Wie die Englischen Inseln mit fast allen zuvor erwähntenRohstoffen in reichem Maaße von der Natur beschenkt worden find, sosind sie nicht minder reich an Kochsalz, das nicht allein eine wichtigeStelle unter den Nahrungsmitteln einnimmt, sondern auch das erstewhe Material zu einer Reihe von Erzeugnissen liefert, die in vielenGewerbszweigen eine ausgedehnte Anwendung finden. Die Verbreitungdesselben in England ist zwar keine sehr allgemeine; dagegen tritt esda, wo es vorkommt, in unerschöpflichen Massen auf. Die beiden Graf-Ichaften Worcester und Ehester bilden die Hauptfitze der Salzgewinnung,Zeigen aber eine wesentliche Verschiedenheit in Ausübung derselben.

Das Salz kommt in der oberen Gruppe der Mergellagcn desbunten Sandsteines in Gemeinschaft mit Ghps vor. In Woreefter-Ihire wird das Salz nur allein aus einer gesättigten Soole, die ausBohrlöchern von 150 bis 200 Fuß Tiefe zu Tage gefördert wird,durch Abdampfen in Pfannen gewonnen. Das so erhaltene Salz kommtin länglich vierseitigen Stücken in den Handel, ist feinkörnig, frei vonzerfließlichen Salzen und ausgezeichnet durch seine blendend weiße Farbe.

Die Mächtigkeit dieser oberen Gruppe beträgt in Worcestershircetwa 500 Fuß, in Welcher Tiefe fünf Steinsalzlagcr von 6 Zoll,10 Fuß, 6^ Fuß, 39 Fuß und 30 Fuß durchbohrt worden sind, ausdenen die gesättigte Soole entspringt.

In Cheshire findet die Gewinnung des Steinsalzes durch Bergbaustatt. Das Salz hat eine schmutzig. graue oder röthliche Farbe undWird, wenn es zum Tafelgebrauch verwendet werden soll, raffinirt.Ein Theil wird in den Gewerben als Steinsalz verwendet, oder alssolches besonders nach Holland, Belgien und Rußland ausgeführt,Woselbst dann erst die Raffinerie erfolgt.

Zu Northwich in Cheshire findet die Steinsalzgewinnung auf zweiLagern, von denen ein jedes 75 Fuß mächtig ist, statt, die aber durchOne 30 Fuß mächtige Lage eines verhärteten Thones getrennt sind.Das untere Steinsalzlager befindet sich 325 Fuß unter Tage. DieHerren I. Thompson und W. Washington zu Northwich haben"«sehnliche Säulen von Steinsalz ausgestellt.

13. Wie man in England bemüht ist, aus allen, von derNatur gebotenen Produkten den besten Gewinn zu ziehen, zeigt sich auch"N der Verwendung verschiedener Fossilien zu Düngmitteln.

Professor HenSlow machte vor einigen Jahren die Entdeckung,baß gewisse versteinerte animalische Ueberreste einen nicht unansehnlichenbehalt von phosphorsaurer Kalkerdc besitzen, und im Verfolge dieserUntersuchungen fand I. M. Paine zu Farnham in den Versteinerun-gen des Grünsandes einen Gehalt an phosphorsaurer Kalkerde von 30bis 70 Prozent, so daß er sich veranlaßt sah, dieselben mit Vortheilals Düngnnttcl in die Landwirthschaft einzuführen, nachdem die orga-nischen lleberrestc zuvor durch Behandlung mit Schwefelsäure in das1. 15