Band 
Erster Theil.
Seite
317
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§. 51. Zucker. 317

Dagegen hat die Einfuhr von Kolonial-Zucker in den Zollverein,Wie folgt, abgenommen: Dieselbe betrug

im Jahre 1845 , . . 1,409,000 Ctr.

- - 1846 . . . 1,358,000 -

- 1847 . . . 1,410,000 -

- 1848 . , . 1,285,000 -

- - 1849 . . . 1,211,000 -

- - 1850 . , . 1,051,000 -

Es lieferten folglich die Rübenzucker-Fabriken fast die gleiche Ge-wichtsmenge an rohem Zucker, als im Jahre 1850 aus überseeischenKolonnen eingeführt wurde.

Von den Deutschen Zollvereins - Staaten sind eingesandtWorden:

Vom Gutsbesitzer v. Banden, Rohzucker und Melis, bereitet ausNützen, die auf dem Gute Marwitz bei Preußisch Holland , einem derNördlichsten Punkte der Vereinsländischen Rübenzucker-Fabrikation, ge-wachsen. Schon der Rohzucker ist von scharfem Korn und von HellerFarbe.

Vom Amtmann B eh ui, zu Hoym bei Ballenstedt , Rübcnrohzucker,Ziemlich weiß, von gutem Korn.

Von Brumme und Comp. bei Bernburg zwei Brode Rüben-zucker von guter, durch ehrenvolle Erwähnung ausgezeichneter Qua-lität.

Von Hennige und Wiese in Magdeburg . Diese großartige Fa-brik von Rübenzucker, welche im Ganzen 520 Leute beschäftigt, undjährlich gegen 200,000 Centner Rüben verarbeitet, hat verschiedeneProben ihrer Fabrikate ausgestellt. Der Rohzucker ist nach der jetztlast überall zur Anwendung gekommenen Methode mittelst der Zentri-jugal-Maschine von dem anhängenden Syrup gereinigt. Die Erfindungdieser Maschine ist für die Rübenzucker-Fabrikation wahrhaft epoche-wachend. Bei der dickflüssigen zähen Beschaffenheit der Melasse warbisher die Trennung derselben von dem krystallisirten Zucker eine lang-wierige und immer nur unvollkommen erreichbare Aufgabe; nur durchwiederholtes Decken gelang es, die Melasse zu entfernen.

Die Zentrifugal-Maschine besteht in einer, mit außerordentlicherGeschwindigkeit horizontal umlaufenden Trommel, deren AußenwandUus feinem Drahtgewebc gebildet ist. Die nach dem Eindampfen undAbkühlen des Zuckersaftes gewonnene körnig-breiartige Masse wird indiese Trommel gegeben, worauf in Folge der Zentrifugal- oder Schwung-kraft der Syrup, trotz seiner Dickflüssigkeit, herausgeschleudert wird,der krystallisirte Zucker aber fast rein zurückbleibt. Durch Besprengendesselben mit wenig konzentrirter Zuckerlösung und nochmalige Behand-lung in der Zentrifugal-Maschine läßt sich die Reinigung noch weiterweihen.