Band 
Erster Theil.
Seite
322
JPEG-Download
 

Z22 Klasse. Nahrungsmittel und verwandte Gegenstände.

lation ein Zeugniß der Wiener Kaiserlichen Josephs- Akademie darüberbeilag, daß das daraus erzeugte Bier der menschlichen Gesundheit zu-sagend sei.

Ohne Zweifel würden solche Bierpräparate, wenn sie sich bewähr-ten, für manche Fälle, namentlich in heißen Ländern, wo es unmöglichist, auf gewöhnlichem Wege Bier zu erzeugen, für hohe, unwegsameGebirgsgegenden und abgelegene Ortschaften, wohin der Transport voMfertigen Bier zu kostspielig und zu mancher Jahreszeit ganz unmöglich ist,für stark bemannte Kriegs- und Stationsschiffe, Wallfischfänger u. sich,welche aus Regen- oder minder gutem Trinkwasser, so wie aus gerei-nigtem Meerwasser sich ein gutes Bier am Bord damit bereiten könn-ten, so wie auch zur Berproviantirung von Festungen und für ab-gelegene Pachthöfe, Meiereien und Schenken u. s w., von hoherWichtigkeit werden.

§. 55 .

Tabacke.

Die gewöhnliche Tabackspflanze (lNeotisim) ist in etwa vierzigverschiedenen, in Amerika , Asien und Afrika einheimischen Arten be-kannt. Sie gedeihet auf einem fetten, feuchten, auch auf gut gedüng-tem sandigen Boden, bedarf aber viel Wärme, weshalb sie nur in derwarmen und gemäßigten Zone gebaut wird. Die in Amerika bei dessedEntdeckung vorgefundene, auch seit unvordenklicher Zeit in China hei-mische Gewohnheit, die narkotischen Blätter dieser Pflanze zum Rau-chen zu verwenden, wurde seit Anfang des sechzehnten Jahrhundertsauch bei den Europäischen und den übrigen mit Europa in Verbindungstehenden Völkern eingeführt. Die Benutzung derselben zum Schnupfen,zum Kauen und zu Zwecken der Hcilkunst kam hinzu, so daß sie einenimmer ausgedehnteren Verbrauch fanden.

Der narkotische Saft der Blätter und Stengel dieser Pflanze Hutdie Kraft,, die menschlichen Nerven zu beruhigen, milde anzuregen unddadurch zu erheitern und zu erfrischen: die beruhigende Wirkung trittnamentlich bei der zarteren Ausnahme des Rauches, die anregende beidem mehr materiellen Schnupfen hervor. Außerdem übt der Tabasteinen eigenthümlichen Einfluß auf die Verdauung, auf die Lösung derBrust und auf Herbeiführung des Schlafs aus. Der Raucher empfin-det deshalb das Bedürfniß dieses Genusses vorzugsweise nach de>nSchlafen, nach dem Spcisengenuß, nach heftigen Gemüthsaufregungenund Geistesanstrcngungen, um die Nerven zu beruhigen, zu der ge-wöhnlichen Stimmung zurückzuführen und von unangenehmen Empsin^düngen zu befreien. Zur Anregung und Erhaltung der ermattenden