Band 
Erster Theil.
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325
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K. 55. Tabacke. 325

Produkt 142 Millionen Pfund), Südamerika (24 Millionen Pfund),Westindien (15 Millionen Pfund) und Orient.

Nach ihrer Bestimmung für die Hauptverwendungen unterscheiden*vir Tabacksblätter für Schnupf- und Kautaback, Karottengut,Spinnen oder Spinngut; für das Rauchen im geschnittenen Zu-stande, Schneidcgut, und für Cigarren, Deckblatt, Umblatt undEinlagen. '

1. Für den Kau- und Schnupftaback bedarf es eines fetti-gen, schweren Blattes, welches möglichst viel Tabacksöl enthält und sichburch eine dunkle, pechähnliche Farbe auszeichnet. Die Eigenthümlich-st seines Geruches, namentlich ein gewisser süßlich-sauerer Pflaumen-geruch, bestimmt wesentlich den Grad der Güte und des Werthes. Dietasten Gewächse dieser Art liefern Kcntuky und Mrginien, doch bringt"Uch, namentlich in trocknen Jahren, wenn das Blatt der Pflanze nicht»u sehr getrieben wird und sich langsam entwickelt, sonach fleischigerWrd, Holland , wo man sieschweres Bcstgut", im Gegensatz des dortäu Cigarren-Deckblatt verwendetenleichten Bcstguts" zu nennen pflegt,ber Niederrhein und die Pfalz vorzüglich gute, schwere Gewächse her-vor, tzle psi kohen Preisen der Nordamerikanischcn Sorten mit diesenvermischt selbst zu den feinsten Schnupftabaken verbraucht werden.Namentlich wird das schwere Bcstgut zu dem sogenannten NcssingPollen für Schnupftaback verwendet. In England, wo jetzt dasSchnupfen in Folge des zunehmenden Cigarren-Rauchens mehr aus^r Mode kommt, liebt man einen milderen Schnupftaback, wie diePlatter aus Kentuky und Virginia ihn liefern, und macht die feinste^ud geschätzteste Sorte aus Holländischem fettigen Bcstgut. Ein fastgleiches Blatt wie in Holland wird am Preußischen Niederrheine beiEmmerich gewonnen und kann leicht am Englischen Markte Eingang^uden, wenn man bei der Kultur, Bearbeitung und Fermentation dasNöthige wahrnimmt.

Zu Kautabacken werden in Amerika immer Virginia und Kentuky,Deutschland außerdem auch Psälzer Gewächse genommen. Die Blät-^r müssen für Kau- wie Schnupftaback sehr schwer und fettig sein,^ni nöthigen Saucen, wozu namentlich Salze verwendet werden,^fzunehmcn und in einem gewissen feuchten Zustande zu bleiben, ohneMuffig zu werden. Bei der Verschiedenheit der Jahrgänge versieht sichbor intelligente Fabrikant mit hinlänglichen Vorräthen, um auch beimWißrathcn der bei seinen Konsumenten beliebten Gewächse in der Er-giebigkeit oder im Geschmack nöthigenfalls durch Mischung ein gleich-armiges Fabrikat zu erzielen: im Salz Aenderungen vorzunehmen, istnhr bedenklich.

Die für Schnupftaback bestimmten Blätter werden mit oder ohneStengel, nachdem sie präparirt sind, in der Regel in rübenförmigen