Band 
Erster Theil.
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352
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332 IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe.

die Erzeugung des Spinnstoffs wichtigeren strauch- und krautför-migen Baumwollpflanzen.

Unter den letzteren unterscheidet man gegen 24 verschiedene Sorten,und unter diesen kommt wieder eine bedeutende Anzahl von lokalenVerschiedenheiten vor. Indessen ist der botanische Charakter dieser Pflan-zen und ihrer verschiedenen Arten noch keineswegs vollständig festgestellt,und die Verbreitung vieler von ihnen ist noch sehr zweifelhaft. Die folgendenHauptarten liefern hauptsächlich die im Handel benutzten Baumwollen l1. die langhaarige Barbadoes-Baumwolle (Oogs^gium barbsäeirse U-)-'sie wurde schon vor langer Zeit nach den Inseln Bourbon und St. Mau-ritius gebracht; einzelne Species derselben sind die berühmten langfadi-gen Baumwollen Amerika's , die Seeisland-, Neu-Orleans- und Upland-Baumwollen; 2. die Pernambuco-, Brasilianische oder PeruvianischeBaumwolle (6o88/jüum peruvüwum n., wovon 6. aeuminatnm koxb-synonym ist), welche durch die besondere Art ausgezeichnet ist, durchwelche ihr schwarzer Same in einer Hülse zusammengewachsen ist;3. die kurzfaserige, gelbe Baumwollstaude (6c>88^pinm reli^iosum Ich,welche in China? Ostindien, Arabien und an den Küsten des Mittel-ländischen Meeres wächst, und woraus Ver echtfarbige Nankin verfer-tigt wird; 4. der baumartige Baumwollstrauch sCozs. arborenm Ich, der8 — 12 Fuß hoch, in Ostindien, Arabien und den Mittelmeerküstenwächst, und in braunen oder schwarzen Nüssen eine feine weiße Baum-wolle enthält; 5. die krautartige Baumwollpflanze ( 6088 . llerbaceumund inäieum Ich in den Ländern des Mittelmeeres und Indien .')

Die wichtigsten Punkte der Unterscheidung sind die Länge und dieNatur der Faser, und die Beziehung, in welcher sie zu dem Samensteht. In manchen Fällen kann man die Baumwolle leicht vom Samenscheiden, zuweilen aber hängen Faser und Samen so fest zusammen,daß man sie nur mit der größten Schwierigkeit trennen kaun, in sol-chen Fällen wird der Faden beim Reinigungöprozcsse fast immer be-schädigt, entweder durch die Maschine oder auf andere Weise.

Boden und Klima haben auf den Charakter der Baumwolle be-deutenden Einfluß, und deshalb darf ihr Wirken nicht übersehen wer-den. Der Boden in den südlichen Staaten Amerika's — das Land, inwelchem die feinste langfaserige Baumwolle wächst — ist schwarz, san-dig, aber reich an sich zersetzenden organischen Stoffen. Ostindien hatauch schwarze Bodenarten mit kalkartiger, lehmiger Erde, und Ueberrestrvon vulkanischen Felsen. Obgleich beide schwarz sind, sind sie doch so"wohl in chemischer, als physischer Hinsicht durchaus verschieden, undder Unterschied zwischen beiden ist eben so groß, wie der zwischen demKlima beider Länder. Viele Leute, die von dem „schwarzen BodenIndiens hörten, behaupteten, man könnte auf diesem Indischen Bodenleicht die schöne langfaserige Baumwolle ziehen, wenn man Amerikani-schen Samen einführte, und auf diesem schwarzen Boden Amerikanische