Band 
Erster Theil.
Seite
353
JPEG-Download
 

§. 59. Vegetabilische Faserstoffe, insbesondere Banmwolle. 353

Kultur anwendete. Sie bildeten sich ein, der schwarze Boden thueAlles und vergaffen, daff die Natur des Bodens nicht blos nach derFarbe sich bestimmt, und daff vorzüglich die Verschiedenheiten des Klima'ödon viel gröfferer Wichtigkeit sind.

Wir werden der Reihenfolge der Wichtigkeit nach zunächst dieAordamerikanischcn, dann die Ostindisch-Orientalischen, die Südameri-kanisch-Westindischen, die Afrikanischen und zuletzt die Europäischen Proben beleuchten.

l. Die Wichtigkeit der Baumwollerndte der Vereinigten Staa-Asi für unsere Europäischen Gewerbe ergiebt sich daraus, daff Grvß-britannien jedes Jahr von Nordamerika allein zwischen fünfviertel undanderthalb Millionen Baumwollballen einführt, jeder Ballen wiegt un-wahr 380 Pfund; daher beträgt die Britische Einfuhr AmerikanischerBaumwolle jährlich, selbst wenn wir die niedrigste -Quantität anneh-men, pw ungeheure Menge von 470 Millionen Pfund. Da Europa An den Vereinigten Staaten wegen dieser Einfuhr dessen, was manMohl ei,^ Nothwendigkeit des Lebens nennen könnte, abhängig ist, und^a die Menge der eingeführten Waaren sich während dieses ganzenJahrhunderts fortwährend vermehrt hat, könnte man wohl fragen, wo-her es kommt, daff die anderen Länder nicht mehr in Konkurrenz mitAmerika treten. Die Amerikaner sind die Hauptbaumwollpflanzer derganzen Welt; sie erzeugen jedenfalls den bei weitem größeren Theil undauch pjx kuj weitem feinste und ausgezeichnetste Baumwolle unter allenMindern, in welchen sie überhaupt angebaut wird.

Die Ausstellung bot nützliche Vergleichungen zur Beurtheilung derStreitfrage dar, bis zu welchem Punkte andere Völker fähig sind, mitAm Amerikanern zu konkurriren, und welchen Werth die verschiedenenbaumwollen anderer Länder im Vergleich mit der Amerikanischenhaben.

Die Baumwollproben in der Amerikanischen Abtheilung gehörtentu den besten Proben unter den Rohprodukten. Die Amerikanische Ausstellungskommission hatte ihre besondere Aufmerksamkeit darauf ge-achtet, daß ihre Baumwollproben sowohl ihres großen Rufes, als derhoffen Ausstellung, zu der sie geschickt wurden, würdig seien. DeshalbAsiiedigten sie sich nicht mit wenigen Proben der besten Baumwoll-A^ten, sondern haben ganze Ballen geschickt, mit einigen Dutzend derAsten Baumwoll-Arten, welche im Handel bekannt und geachtet sind.Ab ist yjxl leichter, den Werth der Baumwolle zu beurtheilen, wennMan einen ganzen Ballen vor sich hat, und außerdem ist es viel empfeh-Pder, einen im Durchschnitt guten Ballen, wie man ihn im Handel^Astt, zu schicken, als erst auszusuchen und sorgfältig einige der bestenProben auszustellen; der letztere Weg möchte vielleicht schönere ProbenäAgen, aber er wäre weit weniger belehrend und für Handelszweckebon geringem Werth. Die Amerikanischen Baumwollen waren offenbarI. 23