356 IV. Klasse. Vegetabilische und thierische Stoffe;
packen verdorben. Kurz es scheint Alles gethan zu sein, um den Spinn-stoff zu beschädigen und seinen Werth herabzusetzen. Nachdem man denelenden Zustand dieser in Indien einheimischen Baumwollen betrachtethat, kann man nur erstaunen, wenn man sich zu den wunderschönenProdukten der Webestühle von Dakka wendet, und muß fragen, wie esmöglich ist, dast ein Volk, welches aus Baumwolle so wundervoll schöne,feine Fabrikate, von denen der Ausdruck: „gewebte Lust", kaum übertrie-ben erscheint, liefert, so merkwürdig nachlässig und ungeschickt in der Be-reitung der Baumwolle selbst sein kann? Einheimische Baumwolle»aus der Präsidentschaft Madras waren von Dakka, Agra , JullendurDoab; sodann von Gwalior , von Rajpootana, von Broach, Khandeisch,Belgaum und Darwar. Die jährliche Erndte dieser beiden letzten Pro-vinzen an einheimischen Baumwollen war zu 28,000 Caudics zu784 Pfd. angegeben, wovon ^ im Lande verbraucht, ^ nach Groß-britannien ausgeführt werden soll. Sodann einheimische Baumwolle(Ladom und Oopum) von Cutch, Salem, Coimbatore, Assam , Moul-mein und von Palembang auf Sumatra , die letztere von Oos^pim»llerdacenm. Alle diese Baumwollartcn zeigten denselben Mangel anSorgfalt bei der Behandlung, dieselbe unvollkommene Trennung, desSamens und der Hülsen, und denselben Mangel an gewöhnlicher Rein-lichkeit im Einsammeln und Aufspeichern; ihr Faden ist gut, obgleichkurz, aber er ist durch die Nachlässigkeit beinahe gänzlich verdorben.
Die zweite Reihe enthält Proben, welche die großen Verbesserun-gen der letzten 30 Jahre in den Versuchswirthschasten der Regierungbeweisen. Ausgestellt waren die Baumwollen, welche auf den Ver-suchswirthschaften der Kompanie in den Jahren 1818 —1850 gewon-nen sind. Sie bezeugen, daß, wenn es auch vielleicht unmöglich ist,die Amerikanische langfaserige Baumwolle mit Erfolg in Indien anzu-bauen, es doch sehr leicht ist, ziemlich gute Baumwolle zu erhalten,und daß Ostindien durch verständigen Anbau, sorgfältiges EinerndteNund ordentliches Verpacken sehr wohl eine ausgezeichnete, reine und gutzubereitete Baumwolle nach Europa zu senden vermag.
Die dritte Reihe Proben, welche von der Ostindischen Kompanieausgestellt wurde, beweiset diese Angabe klar. Ausgestellt war: NeU-Orleans-Baumwolle aus dein Collectorat Bergaum, zum Preise von12 Annas per Maund (während die einheimische nur 10 Annas gilt;das Erzeugnis) dieser Baumwolle in Belgaum und Darwar soll etwa5 Prozent des obcnangegcbenen Erzeugnisses an einheimischer sein);Bourbon- und Nanking-Baumwolle von Salem, eingesendet vonG. F. Fischer, Esq.; Merikanische und Neu-Orlcans-Baumwolle vonCoimbatore ; Upland-Baumwolle von Java; Pernambukv-Baumwollevon Borne»; auch Proben von den regelmäßigen Erndten der Pacht-güter der Regierung, welche während der letzten 4 Jahre herüber ge-schickt wurden, und welche als Durchschnittsproben von Hunderten von