Band 
Erster Theil.
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381
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§. 61. Hanf, Tschuma. 381

Grase bereiteten Stoffe sehen sehr gut und stark aus und suhlen sich härter, als mitLnnen gemischte Wolle a».

Hives und Atkinsvn, Leeds , Jmp. und Fabrikanten. Chinarohr und Chi-nagras, roh und bearbeitet.

Marshall und Comp., Leeds , Jmp. und Fabrikanten. Chinagras, bereitetund sabrizirt.

Auch von China selbst und von Assam waren Proben der Pflanzenfaser eingegangen.

Dieses schöne faserhaltige Naturprodukt ist erst in neuerer Zeit Lei uns eiuge-sührt worden. Es besteht aus der Faser einer Neffelart, welche in verschiedenen Ge-genden Asiens, besonders in China , heimisch ist, aus welchem sie auch eingeführtwird. Es ist in allen Stadien seiner Zubereitung, so wie in Garn und Geweben,rein oder mit anderen Faserstoffen oder Watte vermischt, ausgestellt.

Bei der großen Ungewißheit, in welcher man sich über das Material dieserschönen Fäden und Gewebe befand, ersuchte die Indische Agrikultur-Gesellschaftl847 den damals zu Ningpv stationirten 6r. Mae Gowan um Auskunft; er schrieb,paß das Grascloth von der Pflanze gemacht werde, 'welche die Chinesen 6bu maUennen; zugleich schickte er eine Beschreibung. Ur. Falconer fand, daß diese Be-schreibung ganz auf die Loobmeria uivea oder tonaeissima passe.

Die Proben dieser Grasclothpflanze waren einander bis aus einen kleinen Un-Eerschied in dem Ansetzn der äußeren Rinde gleich und die Produktion soll auch inEhina und Indien dieselbe sein. In Indien wird die Pflanze sehr häufig gefundenAssam und Cachar, in der Gegend von Shan , Ava, Tenasserim und andernProvinzen, so daß bei einiger Nachfrage und bei besseren Vorkehrungen zur Sonde-r»ng der Fasern große Massen geliefert werden können.

Viele Species der Nesseln liefern eine spinnbare Faser, selbst unsere gemeine Brenn-essel (blrtica ureus) nicht ausgenommen. Von dem großen Werthe der Lnobmoru,"lbida wegen ihrer Faser, in den Gesellschastsinseln, hat Seemann und von der Rie-senbrennneffel (Urtier, I>eterop1i)'IIa) ans Nepal nnd Sikkim , Bangra genannt, undöon deren Benutzung znm Weben Von Zeugen Or. Campbell berichtet. Das GeschlechtIlaeluuoria ist so nahe verwandt mit den wahren Nesseln, daß die meisten Speciesövn den alten Botanikern Urticao genannt wurden; so nannte Linnö unser Chiuesi-sches Gras Urtira nivra und die Loobmoria pu/a, Urtira

Jacquin in seinem „8oloetarum 8tirpium rdmoricanaruu, Iststoria" 1763 führtezuerst das 6euus Lorlnnoria kill, aber so wenig war er selbst im Stande, das cha-rakteristische desselben praktisch ausfindig zu machen, daß er 1770 eine Zeichnung vonIkrtica Iiivea u. als Urtira pnblizirte, welche nun anerkanntermaßen znr Klasse Loeli-Uleria gehört.

Sir W. Jackson Hocker sagt in seinem .lonrmil ok batan^ 1851:

„In dem ersten Bande dieses Journals erwähnten wir eines sehr werthvollenTertils von China , seit Kurzem unter dem Namen „Chinesisches Gras" im Euro-päischen Handel eingeführt, und des schönen Gewebes, welches daraus bereitet, „Chi-Uesisches Gras-Zeug" (Obiua Zrass-elatli) genannt. Mit Dr. Wallich's nnd SirGeorge Staunton's Hülfe thaten wir dar, daß es ganz nnd gar kein Gras, sondern^Ue Art Nessel von Ostindien und China war, der Urtica nivea U. oder lloolmmrlauivea <1. Kurz nachher gaben wir einen Auszug aus der periodischen Zeitschrift derUatursorschenden Freunde in Berlin , in welcher Dr. Münter darzuthun versuchte,

Chinesisches Gras-Zeug von der Faser des Jute (0arclu>rus oapsularis) her-führe. Dieser Jute jedoch, von wie hohem kommerziellen Interesse er auch sein'uöge, ist Qualität viel geringer als Chinesisches Gras. Wir versuchten diesen^uth„n, zu widerlegen, sehen jedoch, daß neue Angaben gemacht wurden von denw diesem Artikel interessirten Kaufleuten, worin es als eine Art von Kann!,bis oderHanf aufgeführt wird und zugleich dessen Anpflanzung, als einer Hanfart, deren Ge-