410 lV. Klaffe. Vegetabilische und thierische Stoffe.
Schwefelsäure aufgelöst, zuweilen auch Oelkuchenmehl, zugesetzt ist, Mverwenden.
Der Strohdung wird meistens zu Runkelrüben und Turnips ver-wendet und in die offene Pstugfurche sorgfältig eingelegt, so daß, nach-dem der Dünger wieder bedeckt und die Erde durch eiserne Walzen festangedrückt ist, die Samen auf die Mitte der Kämme mittelst Drill-maschine gestreut und dann durch eine leichte Walze angedrückt werden.Der flüssige Dung, mit jenen köstlichen Dungmitteln versehen, wirdauf manchen Farmen bereits durch eiserne Röhren nach dem Felde ge-leitet, oder durch Dampfmaschinen dahin gepumpt. Die Abgänge ausden Gas-Anstalten werden zur Kompost-Bereitung benutzt.
Die Dungstätten fand Referent auf vielen Farmen mit einem Dacheversehen und unter demselben auf einem durchlöcherten oder Lattenbo-den nicht selten Schweine und Hammel, welche dort zur Mästung auf-gestellt waren, auch Rindvieh und Pferde. Die festen und flüssigenErcremente fielen unmittelbar durch die Zwischenräume der Latten ausdie Miststätte.
Die Bereitung der Stalldünger nach Verfahrungsarten, welchedie freiwillige Gährung der animalischen Stoffe verhindern oder dochlangsamer machen, schreitet in England fort.
Zertheilte Kohle, und namentlich Knochenkohle, besitzt diese Eigen-schaft in hohem Grade. 'Auch die Beimengung von Knochenkohle oderKohlenstaub zum Guano oder zu den zersetzten Knochen wurde behufs derökonomischen Anwendung dieser Dünger für recht zweckdienlich erkannt.Unstreitig wird durch deren Zusatz die Bildung und Entwickelung desAmmoniaks verzögert und dessen Verflüchtigung in die Atmosphäreverhindert.
In England, wie in Deutschland , sind diese Verfahrungsweistnbesonders für die Konservirung und Aufbewahrung der thierischen Er-cremente von Wichtigkeit. Sie werden zugleich von gutem Einfluß aufdie Gcsundmachung der Lust in Städten und auf dem bewohnten Landesein. Wie bekannt, sind in Paris interessante und glückliche Versucheim Großen in dieser Hinsicht angestellt. Die Verkohlung des Torfesin Irland ist mit ähnlichen Absichten verknüpft.
Bemerkenswerthe Behandlungsweisen des Stalldüngers mit ähn-lichem Endzwecke verbreiten sich in den Englischen Pachthösen:
Zunächst das Zerschneiden des Strohs für Streu mittelst desStrohmessers in 12 — 16 Centimeter (4^ — 6 Zoll) lange Stücke.Die zahlreichen offenen Kreuzungen, welche die Halme dadurch darbie-ten, erleichtern sehr die Absorption der Flüssigkeiten und entziehen die-selben der Einwirkung der Luft, so daß die Gährung weniger schnellvor sich geht. Das fast beständige Stampfen des in jedem Stande inseinen Bewegungen ungehinderten Thieres trägt offenbar hierzu bei.Das Niedertreten wird noch wirksamer und nutzbringender gemacht,