§. 73. Wolle und andere thierische und Menschen-Haare. 449
Ueberblicken wir am Schlüsse dieses Abschnitts die Thierzucht undTierpflege Englands, dieses Landes so vieler Wunder, so finden wir,derselben der erste Preis gebührt und dort unendlich Vieles vor-handen ist, dem wir nachzustreben haben.
In England ist es eine Schande, ein schlechtes Thier zu besitzenoder dasselbe schlecht zu behandeln. Ueberall ist die größte Sorgfaltdarauf verwendet, daß die Thiere sich naturgemäß entwickeln können,^erall halt man den speziellen Zweck des Thieres fest im Auge undächtet und ernährt demgemäß. Sind die Thiere in Stallungen, soEpt man nicht mit dem Raume und sorgt für gehörige Reinlichkeit undpntilation. Mit der Mästung beginnt man so früh als möglich, undlpt für Abwechselung und gute rationelle Zusammensetzung des Fut-lp. Man sagt nicht: „das soll und muß das Thier fressen," wie es^ häufig bei uns der Fall ist." Aus die Hautkultur, namentlich derPferde, wird die größte Mühe verwendet, und oft noch das BürstenM'd Reiben fortgesetzt, wenn längst kein Staub mehr auf der Haut ist.^>t Recht behauptet man, daß eine solche Behandlung der Haut ihreThätigkeit, Stoffe auszuscheiden, nie sinken läßt, und dadurch die Thierebesten vor inneren, namentlich Lungenkrankheiten, bewahrt.
In Hinsicht der ärztlichen Behandlung der Thierkrankheiten schü-rn wir Deutsche den Engländern nicht nachzustehen. Letztere ver-wenden äußerlich scharfe Salben und das Feuer, innerlich das Calomelb's zum Uebermaße.
Welche Sorgfalt man auf das Milchvieh verwendet, möge aus
dland
Umstände erhellen, daß auf einer Milchfarm bei Ayr in Schott-auf welcher man gar kein Getraide baut und darum kein Stroh
. ...., ....... 2 ... . . . >— — . —"V
M, die Kühe aus dicken Teppichen aus der Faser der Kokosnuß liegen,ünd eine Einrichtung getroffen ist, bei welcher sie jene Teppiche durch>hre Ercremente nicht beschmutzen können.
. Zu Major-Mill bei Mr. Kennedy, gleichfalls in Schottland , isth» Sommer für die größte Kühlung durch doppelte Wände, kaltes flie-pendes Wasser und die vortrefflichste Ventilation, im Winter für ange-messene Erwärmung durch eiserne Röhren gesorgt, durch welche der ab-putzte Dampf der Maschine geleitet werden kann.
Will man die Höhe, auf welcher die Viehzucht Englands steht,pfeifen lernen, so muß man den jährlichen Thierschausesten der Royal.Ölkultur Society beiwohnen. Bei einem solchem Schaufeste war Re-gent im Jahre 1851 im Park von Windsvr gegenwärtig; der Katalogp ausgestellten und die Liste der prämiirten Thiere waren sehr reich-haltig, und sind durch die Zeitungen veröffentlicht. Man sah dortp Vollkommenes.
9 lilnstr. Lstick. III. S. 402.
9 Aussteller verkauft nach seiner Angabe seine Wrdder a SO -- 300 Rthlr. daslüst, es sind aber in einzelnen Fällen erheblich höhere Preise erzielt worden: nach
I. 29