678 VIII. Klasse. Schiffe, Waffen und Ausrüstungsgegenstänbe.
Den Haupttheil der Britischen Waffenansstellung bildeten die Feuergewehrk'Sie hielten die Mitte zwischen den kurrenten Artikeln des Lütticher Großgeschäst^und dem ausgesuchten Lurus der Pariser Gewehrsabrikation. Ueberall aber, ftl"bei den einfachsten Gewehren, herrschte die höchste Vollendung in der Ausführt I(tinisll). Nur in den Formen der einzelnen Theile, z. B. des Kolbens oder desHahns, so wie in der Zeichnung der Verzierungen vermißte man häufig den g"i^Geschmack, welcher die Französische, die Belgische und auch die Deutsche Arbeit aU^zeichnete. Auffallend groß war das Kaliber der Büchsen sowohl als der Jagdgewehrweit größer als bei den für den Kontinent maßgebenden Lütticher FeuerwaffenDer Kolben der Gewehre wird nach Englischer Methode glatt gearbeitet ohne Ba^auf der linken Seite zum Anlegen der Wange des Zielenden. Die Perkussion^Methode war vielfach variirt, jedoch nicht nach solchen Richtungen hin, die ästFortschritt irgendwie bezeichnet werden könnten.
Zu den Einzelnyeiten übergehend, erwähnen wir zuerst der AusstellungH. Hart und von Tipping n. Lowden in Birmingham so wie von Th. B"in London , welche die bei der Gewehrsabrikation vorkommende Arbeitstheilungdie verschiedenen Stadien, welche das Rohr bis zu seiner Vollendung zu durchlaufthat, in höchst anschaulicher Weise vorführten. Die gewöhnlichen Handelswaffen, d"Militairgewehre und der größte Theil der Büchsen haben Röhre aus gutem Eist"zu Platinen ausgewalzt oder ausgehämmert, die der Länge nach um einen Dotgelegt, geschweißt und dabei zu der entsprechenden Länge ausgereckt werden. 3"England geschieht in neuerer Zeit dieses Schweißen und Ausstrecken nur noch durchMaschinerie, ganz ähnlich wie man die eisernen Gas- und Wasserrohren anfertigt
Für Lurus-Jagdwaffen verwendet man meistens die sogenannte» damascirttLäufe, wozu theils Rücksicht auf Schönheit, theils auf Erreichung einer größer"Sicherheit gegen das Zerspringen bei verhältnißmäßiger Leichtigkeit des Rohrs hi"führten. Behufs ihrer Anfertigung werden dünne Stäbchen (oder auch DrahOspiralförmig um einen Dorn gewunden und dann zusammen geschweißt. Um feinesDamastarten hervorzubringen, schweißt man zuerst Bündel aus dünnen Platinen oderStäben, wobei Stahl und Eisen abwechseln (wohl auch alte Nügel und sonstigalte Eisen- und Stahlstücke) zusammen und reckt dieselben dann zu dünnen Stäbchr"aus. Dieselben werden hierauf gleich dem Faden auf einer SPinnmaschi"^gedreht, wodurch sie das äußere Ansehen eines Schranbenbolzens erhalten. TuestBolzen streckt man wieder aus zu flachen, dünnen Bändern, windet sie nun erst u"den Dorn und schweißt das so gebildete Rohr, worauf die weiteren ArbeitenAbschleifens, Ausbohrens, Polirens u. s. w. folgen. Die eigenthümliche Texturgewundenen und zusammengeschweißten Stäbe wird nun auf der Oberfläche ^rRöhre sichtbar, indem man sie mit schwachen Säuren behandelt, und bildet st>"eigenthümlichen Zeichnungen, wodurch sich die damascirten Läufe von den gewöhnliehen Röhren auch äußerlich unterscheiden. Die verschiedenen Zeichnungen desDamast z. B. Band-, Ketten-, Rosendamast, üsinas torcko, turc, irwuciwte,laminette, äe karis u. s. w.) werden durch verschiedene Zusammensetzung »»dDimensionen der Stäbe, Grad der Drehungen, Zusammenschweißen von 8 oder ^links und rechts gewundenen Stäben u. s. w. hervorgebracht und erfordern natürlicheine außerordentliche Aufmerksamkeit und Uebung von Seiten des Feuerarbeiters'Die Birminghamer Damaste sind zum Theil etwas schöner als unsere Suhler, steh^jedoch hinter den Französischen und noch weit mehr hinter den Lütticher Leistung^zurück.
In der letzten Zeit hat man auch den Gußstähl zur Anfertigung von Läusen-verwandt. Solche Läuse werde» entweder wie Kanonenrohre aus dem Ganzen g^'bohrt oder um einen Dorn ausgeschmiedet und dann nachgebohrt. Für Brichst"