Band 
Erster Theil.
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679
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§. 186. Britische Feuerwaffen. 679

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^besondere eignet sich dies Material vortrefflich, so daß es trotz seiner größeren^stspieligkeit immer mehr in Aufnahme kommen dürfte.

Von Lurusgewehren erwähnen wir zuerst der ausgezeichneten Leistungen von^ane, Adams u. Deane in London . Eine Doppelflinte im Preise von 120 Gui-war das Meisterstück der Britischen Ausstellung von Gewehren. Die Ver-dungen bestanden in eingelegtem Gold und Platina, kostbar und äußerst geschmack-aber dabei höchst einfach gehalten. Eine andere Doppelflinte in Etui aus ge-sreßteni Leder kostete 35 Guineen; sie war ohne alle Verzierungen, dabei aber in^rer Einfachheit von einer Vollendung der Ausführung, die gar nicht übertroffenWerden kann. Viele Kolben der Deaneschen Gewehre bestanden aus Nußbaumholz,nicht polirt, sondern blos geölt war. Die Läufe waren von schönen! Rosen-HMlast; meist brunirt, wie dies überhaupt in England am beliebtesten ist. DieViolen dieser Fabrik verdienen eine gleich ehrenvolle Erwähnung, und bildeten zu-die Etuis in gepreßtem Leder durch ihre Ausführung und die geschmackvollepNordnung der eingelegten Theile im möglichst kleinen Raume das schönste, wasLesern Genre zu sehen war. Luxuriöser noch waren die reich mit Gold undSilber verzierten Pistolen von Parker n. Field in London , jedoch weder die Eili-ge- noch die Ciselirarbeit in dem feinen Geschmack ausgeführt, der die Arbeiten^ Dean auszeichnete.

3u den Läufen der Deaneschen Gewehre war nach Angabe des Versertigers^nstähl verwandt (namentlich alte 6 Kutschenftdcrn); es ist jedoch selbstredend,°°ß die vielen Schweißhitzen, welche der Urstoff bis zu seiner Vollendung anszu-Mteu hat, jede Spur von Kohlenstoff entfernen, so daß die Läufe selbst aus reinem^'sen bestehen.

Mehrere Büchsen von Deane waren nach einer von R. Adams erfundenensistnbar höchst unzweckmäßigen Methode gezogen. Sie hatten nämlich nur 3 ganz°>nine, wenig vorspringende dreieckige Rippen oder Balken. Es ist klar, daß dieEhrung der Kugel, um ihr eine rotirende Bewegung zu geben, nicht unvollkom-^weier gedacht werden kann, so wie es anderseits klar ist, daß nur durch ganz gleichebreite der Züge und Balken, welche Konstruktion jetzt in Deutschland die allgemeinD^che ist, dieser Zweck am vollkommensten erreicht wird. Zu tadeln war ferner beikau so wie bei vielen anderen Englischen und Französischen Ausstellern, daß sie^ Lurus auch auf die Anfertigung solcher Geräthschasten ausgedehnt hatten, wo,^ z> B. bei Kugelformen, die hohe Politur, die feinen geätzten Zeichnungen u. s. w.^tch dE Gebrauch sofort verdorben werden oder verschwinden müssen.

Die Lurnsgewehre von I. Manto» und Sohn in London zeichneten sich^Mentlich durch schöne und geschmackvolle Gravüren aus. Das schönste Doppel-be>vehr mit Etui kostete 84 Lstr.; ein Paar prachtvolle Duell-Pistolen mit Etui. 1 Lstr. Das Gleiche gilt von Zos. Bentley und Sohn in Liverpool; die von^kn unp mehreren anderen Fabrikanten adoptirte Perkussions-Zündung in derAchtung der Seelenachse kann übrigens weder zweckmäßig genannt werden, noch^schönert diese Konstruktion das äußere Ansehen des Gewehrs.

> In Betreff der Fabrikation von Lurusgewehren in London , Liverpool u. s. w.^ übrigens zu bemerken, daß die Läufe und andere Gewehrtheile fast ausschließlich

Birmingham bezogen werden.

Von Irländischen Fabrikanten verdienen W. u. I. Rigbh aus Dublin beson-Erwähnung; nur war der Damast sehr stark herausgezogen; so daß die Läufegrvk> und rauh aussahen. Es hat dies übrigens einen sehr praktischen Zweck,^»llich pxr Oberfläche des Rohr jeden Glanz zu nehmen, weil dies bei starkem^°nnenlicht den Zielenden sehr geuiren kann.

An Leu im übrigen vorzüglich gearbeiteten Gewehren von Richard, Westleh