680 VHI- Klasse. Schiffe, Waffen und Ausrüstmigsgegenstänbe.
und Sohn in Birmingham so wie von einigen andern Ausstellern, waren einzelneKolben in einer Weise geformt, die äußerst geschmacklos genannt werden muß, ^sehr sie auch jetzt in England Mode ist. Die Formen eines Pistolen- und einesgewöhnlichen Gewehrkolbens sind dabei in einer Weise vereinigt, wie man mitunterbei Scheibenpistolen einen besonderen Kolben einschiebt, um sie an die Schulter an-legen zn können.
Die Rohre von E. M. Reilly aus London zeichneten sich durch einen beson-deren Stylsder Verzierungen aus. Sie waren nicht brunirt, sondern blank geschlissen,am Pulversack achteckig, mit tief gravirten Verzierungen überladen, mehr reich alsgeschmackvoll; obgleich immerhin schön, belohnte ihr Ansehen dennoch die unendlicheMühe und Arbeit nicht, die darauf verwendet worden war.
W. Powell u. Sohn so wie H. Winton in Birmingham hatten Gewehreausgestellt, worin die Sicherung gegen zufällige Entladungen durch eine Sperrungder Abzüge erreicht wird. Der Schieber, welcher diese Sperrung bewirkt, steht «nleinem Hebel in Verbindung, der hinter deni Abzugsbügel aus dem untern Theiledes Kolbenhalscs hervortritt. Will man schießen, so erfolgt das Zurückziehen desSperrschiebers, indem die rechte Hand den Kolbenhals umfaßt und dabei von selbstdie vorstehende Feder znrückdrückt.
Von T. K. Backer in London war das Modell einer selbstthätigen Sicherungausgestellt, welche im klebrigen mit der erwähnten Konstruktion übereinstimmt, n»cdaß der Sperrschieber, der das Herabfahren des Hahns verhindert, auf der Hintenruhe der Nuß statt auf dem Abzug aufliegt. Eine dritte Konstruktion, wonach dasUmfassen des Kolbenhalses zum Zurückziehen der Sicherung benutzt wird, war vonZ. Hoskins in London . Hierbei ist die untere Rundung des Hahnes gezackt undSperriegel, welche in diese Zacken greifen, verhindern sein Herabfahren so lange,bis durch den Druck des Daumens der rechten Hand auf einen oben auf dem Kol^benhals befindlichen Hebel die Sperrkegcl zurückgezogen worden sind.
Eine selbstthätige Sicherheit nach andrer Methode war an den Gewehren vonForsyth und Comp in London angebracht. Ein kleiner Stift, welcher aus deMSchloßblatt hervortritt, verhindert jedes Herabfahren des Hahns, er mag in derMittel- oder Hinterrnhe stehen. Dieser Stift ist durch einen einfachen Mechanismusmit dem Hinteren Kolbenblech in Verbindung, welches beweglich konstruirt ist. DerStift tritt erst dann in die Schloßplatte zurück und gestattet das Abfeuern des Ge-wehrs, wenn es an die Schulter gebracht wird; der dabei ausgeübte Druck gege»das Kolbenblech genügt, um dasselbe etwas in den Kolben hereinzudrücken, wodurchsich der vorerwähnte Stift zurückzieht und der Hahn frei wird.
Mit ähnlicher Benutzung des Drucks auf die Kolbenkappe beim Anlegen desGewehrs hat I. Ernskine aus Schottland eine Sicherung konstruirt; sie bestehtaus einem Deckel, welcher sich in bekannter Weise über das Zündhütchen legt undjeden Schlag des Hahns auffängt. Dieser mit Gummi besetzte Deckel soll gleich-zeitig das Hütchen gegen die Einwirkung von Nässe bewahren und schließt deshalbrings um den Piston dicht an die Schwanzschraube an.
Von beiden Systemen, wonach entweder das Umfassen des Kolbenhalses oderdas Anlegen an die Schulter zur Auslösung der Sicherheit benutzt werden, fandensich noch verschiedene andere, mehr oder minder abweichende Konstruktionen vor-Schwerlich wird aber je eine selbstthätige Sicherung erfunden, welche vollkommengegen jede zufällige Entladung schützt. Am wenigsten dürste sich das letzterwähnteSystem empfehlen, indem hierbei durch einen Stoß des Kolbens auf die Erde, derso leicht bei abgenutzten Schlössern eine Entladung zur Folge hat, das Kolbenblecheben so gut zurückgedrängt wird, als wenn man beim wirklichen Gebrauch das Ge-wehr an die Schulter setzt. Ucberhaupt sind weder die verschiedenen Systeme nochdie einzelnen Konstruktionen als neu zu betrachten und empfiehlt es überhaupt die