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IX. Klasse. Lanbwi'rthschaftliche Gercithe.
man zunächst auf eine stehende, den Pstug ziehende Maschine hingewiesen wird.Aber auch dieser stellen sich mächtige Hindernisse in den Weg, und wenn die Mechanikdieselben überwunden haben würde, so wäre noch die Frage zu beantworten,daraus ein sonderlicher Gewinn entstehe, weil ja doch die Zngthiere zu anderen G"'schästen des Landwirthes gehalten werden müssen; daher bleiben für das Dampfpst"'gen wahrscheinlich nur solche Fälle übrig, wo ein ganz ungewöhnlicherKraftaufwand er-fordert wird, oder wo man zu anderen Zwecken eine Dampfmaschine haben muß und kel"Zugvieh hält. Die Engländer haben in ihren weiten überseeischen Besitzungen, ""menschenleeren Flüchen von gutem Boden, mancherlei solche Fälle im Auge, die u"^viel ferner liegen. Es läßt sich zwar nicht voraus sehen, wie weit man es noch >"der Kunst bringen werde, die Dampfmaschine leicht, einfach und wohlfeil zu mache",für jetzt aber sind die Umstände für einen Dampfpflug noch nicht günstig ").
Unter Nr. 195 hat Lord Willoughby zu London eine große, sehr in dieAugen fallende Vorrichtung ausgestellt. Eine starke fahrbare Dampfmaschine,nannt California, von 26 Pferdekräften, .70 Englische Centner schwer, soll auf einetleichten Eisenbahn durch die Mitte des Feldes fortgetrieben werden. In Abstände"von je 3 Fuß macht sie Halt und zieht an einer endlosen Kette 2 Gerüste an steh,deren jedes 4 schief hintereinander stehende Pflüge enthält. Die Ketten lausen überRollen und diese werden von Pfählen getragen, welche an beiden Enden des Feldes3 Fuß auseinander eingerammt werden müssen. So kann mithin jedes der beide"Pstuggestelle, wenn es bei der Mitte angekommen ist, wieder leer an den Rand desFeldes hinausgezogen werden, um bei dem nächsten Streifen ihr Arbeit wieder Z"beginnen. Die Maschine soll wirklich auf dem Gute des reichen Lords in Gebrauchsein, aber nicht mehr genau mit dem ausgestellten Eremplar übereinstimmen, we>unterdessen, wie die mit einer Zeichnung erläuterte Beschreibung besagt, einige Abä"'derungen sich als nothwendig gezeigt haben. Die Pflüge sollen 5 Englische Meile"(etwa 1 geog. Meile) in der Stunde zurücklegen, oder gegen 6,7 Fuß in der S"'künde. Die Pfähle werden vermuthlich immer an den beiden Säumen des Feldesstehen bleiben müssen. Wenn nun auch die Ausführbarkeit nicht zu längncn ist, I"ist doch die technische und wirthschaftliche Nützlichkeit sehr erheblichen Zweifel"ausgesetzt.
Nr. 123. A. I. Usher in Edinburgh hat nur ein Modell seiner Erfindung ei"'gesendet. Eine auf 4 Rädern sich fortbewegende Dampfmaschine setzt mittelst ci"^Vorgeleges eine Achse, an der sich 5 andere Räder befinden, in Umdrehung. Ied^dieser Räder hat an seinem Umkreise in gleichen Abständen 3 Pflüge, deren Sohle"ebenfalls Kreisbogen bilden und die bei ihrem Durchgänge durch die obere Schi^des Bodens die Erde umwerfen, also ein Pflügen in kreisförmiger Bewegung. D"Achse mit den Pflugrädern befindet sich hinter der Dampsincischine, deren Räder als"auf dem noch nicht gelockerten Boden laufen, was aber doch in sehr vielen Fäll""das Einsinken nicht verhindern kann. Die Pflüge drehen sich in der entgegengesetzt^Richtung wie die 4 Fahrräder und dienen etwa wie die Schaufeln eines Da»bschiffes zum Anstemmen, damit die Maschine fortrücken könne, sie werden daherTreiber, Propellers, betrachtet. Dies ist allerdings ein neuer Gedanke bei de"'Pflügen. Allein es ist schwer abzusehen, wie bei diesem Fortrücken in einer, d""Umdrehung des arbeitenden Pfluges entgegengesetzten Richtung das ganze Land """gebrochen werden und wie der in den Boden eingedrnngene Pflug bei seinem Zur>"'weichen mit der ganzen Maschine und seinem Andrängen gegen das noch U"l^pflügte Land sich im Boden halten kann- Freilich sind viele große Erfindungenfänglich verkannt worden und vieles unmöglich Scheinende ist wirklich voltbrawworden, indeß wird sich der unbefangene Beschauer dieses Modells für jetzt gr'"wBedenken nicht erwehren können. Eine Zeichnung giebt der illnstrirte Katal"Seite 366.