Band 
Erster Theil.
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765
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§. 223. Dreschmaschinen im Allgemeinen. 765

Aufsicht machen natürlich das Ergebniß des Handdreschens veränderlich.Ä?o jedoch, wie es meistens geschieht, die Drescher mit einem gewissenTheile der gedroschenen Frucht gelohnt werden, da liegt es in ihremVortheil, nicht ganz rein auszuschlagen, weil sie in gleicher Zeit mehrverdienen, wenn sie öfter frisch auslegen. Das größere Erzeugniß derder Maschine, wenn auch nicht gerade in jenem Verhältniß, kann »all-dem Obigen als gewiß angenommen werden. ')

Der zweite Punkt ist die Ersparung an den Kosten des Dreschens.3n Deutschland wechselt der Lohn der Handdrescher etwa von s, (obereRheingegend) oder selbst 4 (in Oesterreich , s. Nestler im Amtsberichtüber die Brünner Landw. Versamml., S. 124, 474) bis zu ss, ja sgder Frucht (Norddeutschand), er ist also 54 bis 9 Prozent, und beieinem Mittelpreise von 4 Fl. (68 Sgr.) für den Ccntner halb Walzenhalb Roggen, 13,4 bis 21,6 Kr. (3,8 bis 6,15 Sgr.) für den Centner.Nach von Gasparin ist in Frankreich der Lohn 1,3 Frcs. für dasHektoliter, also 55 Kr. für Bad. Malter oder 20 Kr. (5,75 Sgr.) fürden Preuß. Scheffel, was 22 Kr. auf den Centner beträgt. FürEngland rechnen Hunt und Pusey 3 Schilt, für den Quarter Waizenals Mittelsatz, was ganz mit der Annahme Gasparin's überein-stimmt. Was das Maschinendreschcn betrifft, so machen in Frankreich und der westlichen Schweiz manche Eigenthümer einer Maschine guteGeschäfte, wenn sie für 5 Proz. dreschen. Pusey (Rep. S. 45) giebtfolgende Vergleichung: Der Quarter kostet3 Sch. 5 P. beim Handdreschen, mit Einschluß des Einbringens indie Scheune,

2 - - - beim Maschinendreschcn mit Pferdekraft,

9 - bei der Anwendung einer Dampfmaschine.

Letztere Zahl macht 5,1 Kr. 1,45 Sgr. vom Pr. Scheffel oder5,5 Kr. 1,57 Sgr. vom Centner Waizen. Nach älteren Nachrichten(Geysmer u. Sohl, Ransomes transportable Dreschmaschine, Elbing 1843) dreschen Unternehmer, die mit der Maschine herumziehen, inEngland den Deutschen Centner für 7^ Kr. Man wird demnach dieErsparung leicht auf mindestens 4 der bisherigen Ausgabe annehmendürfen, und wenn der Mehrertrag an Körnern auch nur 4 Proz. ist,f° mag sich der ganze Nutzen auf nicht weniger als 7 bis 8 Proz. derKörner, leicht aber auf noch mehr belaufen, was im Großen außer-ordentlich viel ist. Die Kosten des Handdrusches sind bekanntlich sehrUngleich, wie es auch die Leistungen der Drescher von einer GegendäUr andern sind.

Was den Zeitaufwand betrifft, so ist es außer Zweifel, daß eineDampfmaschine von 5 Pferdekräften in 10 Stunden 50 Quarter oder264 Pr. Scheffel dreschen kann, wozu 11 Männer und 5 Weiber ge-hören. Mit dem Flegel würden hierzu vielleicht 4 oder sogar 5 malsoviel Arbeiter erforderlich sein.