Band 
Erster Theil.
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783
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§. 229. Landwi'l'thschststlicheS Fuhrwesen. Z. 230. DrajmrgeMhe. 783

K. 229.

Landwirthschaftliches Fuhrwesen.

Eine zienckiche Meng« gut gebauter zwcirädriger und einspänniger Karren waraufgestellt, an denen die Deutschen Wagner wohl Manches zn lernen haben würden.3u ihren Vorzügen gehört, daß sie oberhalb des eigentlichen Kastens noch eine be-trächtliche Nusladnng mit starken Stangen haben, nm eine größere Last aufzunehmen,ferner die gute Vorrichtung, »m den Vordcrtheil des Karrens beliebig zn erhöhe»Und damit die Ausleerung zn erleichtern.

Die Preisrichter haben für den einspännigen zweirädrigen Karren (nioüel »»«twrsc cmt) von Croskill wegen seiner Zweckmäßigkeit und der vortrefflichen Ar-beit die große Medaille bestimmt. Es sollen über 800 Eremplare in Gebrauch sein.Der größere, für 30 Ctr. Ladung eingerichtet, 2^ Yards lang und Yards breit,kostet 12 Lstr. Der Aussteller hat auch durch seine wett verbreiteten Patent-Wagen->'äder großen Ruf erlangt.

Nächst diesem fand der Karren von Crvwley und Söhnen von NewportPagnell in Bnckingham (Nr. 96) besonderen Beifall und erwarb seinem Verfertig» diePreismedaille. Preis 13 Lstr. Man muß sich hierbei erinnern, daß in England dieeinspännigen Wagen mit zwei Rädern von den Landwirthcn viel häufiger gebrauchtwerden, als die zweispännigen.

Busby's Karren gehört unter die Gegenstände, die dem Verfertig» die großePledaille erwarben, aber nur wegen eines neuen bei der Bauart angewendeten Ge-dankens, nämlich, daß die ans Balkengitter geformten vier Wände des Karrens nach"bei, hin in einer gekrümmten Fläche sich erweitern und daher die geerndtcten Früchtebeim Heimfahren sich mehr an einander schließen; für Vollkommen hält man diesenKarren dennoch nicht.

§. 230.

Geräthe zum Drainiren.

Die bedeckten Wasserabzüge, niulerdr.aüm, stammen von den Römern her. Co-kumella (II. o. 2) giebt schon eine deutliche Beschreibung von ihrer Verfertignngsart.Sowohl in England als in einer abgelegenen Stelle von Niederösterreich (nm Zwettl )haben sie sich wahrscheinlich seit dem Aufenthalte der Römer erhalten, vielleicht auchUoch in anderen Ländern; im vorigen Jahrhundert aber ist dies wenig beach-k>'te Kunstmittel wieder hervorgesncht worden, als Ellington das Abfangen derQuellen zn einer Kunst ausgebildet hatte, und jetzt verbreitet es sich mit großerSchnelligkeit, nachdem es in England seinen großen Nutzen bewährt und mancheVervollkommnung erlangt hat. Das Verfahren der Engländer ist in Deutschland Zuerst durch A. Thacr ausführlich beschrieben worden (Engt. Landw. II. 33), sodannb»rch gvn Hertefeld (Amtl. Bericht über die Versammlung in Brünn , S. 79).Schon Thaer erwähnt den Gebrauch gebrannter Thonröhren statt der Ausfüllungb» Grüben mit Steinen, Reißholz n. dgl., nnd diese Art, die nmim-ckr-mis anzu-kegen, ist seitdem in Großbritannien ganz herrschend geworden, zumal da sie auchb-'uhlfeiler ist, als die anderen Methoden. Dies muß hauptsächlich der geringen Breiteb" Grüben zugeschrieben werden, die unten gerade nur noch so weit sind, umb>° Röhre aufzunehmen, nnd mit Spaten von der nämlichen Größe, wie das Profildes Grabens, ausgestochen werden. Nicht blos qnclliges oder Snmpfland, sondernÜber Boden, der nicht einen dnrchlassenden Untergrund bei einer lockeren Krume hat,'vird mit Abzügen versehen, damit der Theil des in Regen oder Schnee herabgefal-