Band 
Erster Theil.
Seite
823
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§. 243. Elektrische Telegraphen. 823

die weiß bleibenden Schriftzüge erfolgen (Dingler's Polytechnisches Journal Band IISSeite 75).

Bain's Kopirtelegraph ist in Nordamerika und Frankreich versucht worden.Es werden mittelst einer (nicht ausgestellten) Maschine in einen Papierstreifen Löcherund längere Ausschnitte gemacht, welche, wie bei Morse's Telegraphen, Buchstabenrepräsentiren. Ein so präparirtes Papierband wird der telegraphirenden Maschine über-geben und, während feine Drahtgriffel auf dem Papiere schleifen, abgewickelt. Da-durch tritt eine Schließung und Unterbrechung des elektrischen Stromes ein, wo-durch auf der verbundenen Station durch einen Griffel, welcher sich in einer Spiralevom Centro nach der Peripherie einer Kreisscheibe bewegt, auf einem chemisch präpa-rirten Blatte Papier blaue Punkte oder Linien markirt werden, (üleolmnic's ülaAa-rino Vo!. 46 pa^. 5S0, in Dinglers polytechnischem Journale Bd. 105 S. 331;ferner Vvl. 47 pmK. 26, 50, 74 . Val. 52 xag. 102, 143, in Dingler's polytechnischemJournal Bd. 117 S. 40.)

Das Telcgraphiren soll auf diese Weise so schnell gehen, daß in der Minute250 Zeichen mitgetheilt werden können. (?) Dies soll nämlich dadurch ermöglichtwerden, daß der Papierstreifen durch eine besondere Maschine völlig präparirt demTelegraphen-Apparate vorgelegt wird, und nicht von demselben erst zugerichtet zuwerden braucht. Schwierigkeiten sind bei dieser Art zu telcgraphiren unter andern,daß die rotirende Scheibe, über welche der Griffel in einer Spirale geführt wird, jeNach der Entfernung des letzteren vom Centro eine verschiedene, nach der Peripheriehin wachsende, Geschwindigkeit der Umdrehung besitzt, wodurch dann leicht eine Un-deutlichkeit der erzeugte» Zeichen (Punkte, Striche) eintritt. Sodann ist zweitensdie Schwierigkeit, das Papier stets gleich feucht zu erhalten (vergleiche oben). Un-streitig ist der Morsesche Drucktelegraph der am schnellste» und nm'sicherstenerpedirende und zugleich der einfachste von Alle».

Little's patentirter Apparat. Die Zeichen gebenden Nadeln bestehen nichtwie gewöhnlich aus mit Achsen versehenen Magnetnadeln, sondern es sind Näh-nadeln, welche in vertikaler Richtung mittelst magnetischer Anziehung (sie hängennämlich mit ihren oberen Enden an Magneten), in Glasröhren aufgehängt sind,die etwas Alkohol enthalten, durch welchen das Hängenbleiben an den Glaswändenverhütet werden soll. Zu beiden Seiten der Röhren sind Jnduktionsrollen angebracht,wodurch die Bewegung der Nadeln nach der einen oder andern Seite, je nachdemdie eine oder die andere Rolle vom elektrischen Strome durchlaufen wird, hervorge-rufen werden kaun. Zwischen diesen Glasröhren befindet sich das Alphabet und dieZahlenreihe anf einem Zifferblatte geschrieben. (Tbe tüvil Lngineer anä ^rckitoct'sOvurnal, Vol. 15 paz. 135). Dering's Telegraph; das ihm ertheilte Patent ist imKepertor/ ok kstönts-invontion Val. 18 pa§. 65 enthalten.

Henley's (London ) magnetoelektrischer Telegraph besteht in einem kräftigenMagazinmagnete, an dessen beiden Enden Jnduktionsrollen um einen bestimmtenWinkel sich drehen lassen, wodurch, wie bekannt, in dem Drahte, durch Entfernungvon dem Pole des Magneten, ein Strom induzirt wird. Derselbe wird benutzt, umin bekannter Weise Magnetnadeln, welche mit Zeigern verbunden sind, in Bewegungzu setzen. Man hat diesen Telegraphen zwischen Paris und Valeneiennes geprüft,in Belgien aber dem Wheatstoneschen den Vorzug gegeben. (Eine Abbildungliefert der illustrirte Katalog S. 444.)

Haustelegraphen. Schließlich erwähnen wir noch, daß von einigen Ausstellernals Bürdet (London), Neid (desgl.), Wishaw , Martin, Basket u. Martin(Cheltenham ), auch Haustelegraphen für Wohnhäuser, für Gasthäuser, Fabriken an-wendbar, ausgestellt worden sind, welche einer besondern Beschreibung nicht zu be-dürfen scheinen. Der für Gasthöft bestimmte hat nur eine Glocke, aber viele kleine