Band 
Erster Theil.
Seite
825
JPEG-Download
 

Z. 244. Optische Instrumente. 823

Stöhrer's Telegraph wird durch den iuduzirten Strom einer magnetoelektri-schen Maschine von der bekannten Konstruktion des geschätzten Künstlers in Thätig-keit gesetzt. Der Strom ist stark genug, um in Entfernungen von 15 bis 20 Deut-schen Meilen die Signalapparate in Thätigkeit zu setzen. Die Zeichen werdendurch einen Zeiger an einem Zifferblatte gegeben, welches 36 Felder hat; diesgeschieht dadurch, daß man den Arm auf den, nächsten Wege vor- «der rückwärtsanf das beliebige Feld stellt. Acht Zeichen können in einer Sekunde gegeben wer-den. Der Apparat hat auch einen Wecker, welcher aus- und eingeschaltet werdenkann. (Dingler's polytechnisches Journal, Band 118 Seite 30). Die bei den Te-legraphen-Stationen im Königreiche Sachsen angewendeten Stvhrerschen Apparatesind von anderer Kvnstrnktiou, (Polytechnisches Centralblatt, 1852 Seite 65).

Endlich sind noch von Lohdefink (Hannover ) Morsesche Apparate, zumDrucken telegraphischer Depeschen bestimmt, eingesendet worden.

o. Nordamerika .

Aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika waren Drncktelegraphen fürhäusliche Anwendung von Smead (New-York ), zu gleichem Zweck bestimmte Glok-kentelegraphen von Howland und von Brooks (ebendaher) eingesendet. (EineBeschreibung des Howlandschen Glockentelegraphen befindet sich im Noolmnic'sAaAWne, Vol. 55 gag. 157).

Am Schlüsse des Abschnitts über elektrische und magnetische Apparate erlaubenwir uns noch zu bemerken, daß der elektrische Strom, sei er nun erregt auf die eineoder die andere Weise, im Stande ist, die Metalle aus Auflösungen niederzuschlagen.Hierauf beruht die Galvanoplastik, die Darstellung von Gerüchen, Gefäßen, Büsten,Abdrücken von Münzen, von gestochenen Platten ie., ebenso auch das elektrische Ver-golden, Versilbern, die Ueberziehnng eines Metalles oder irgend eines leitend ge-machten Gegenstandes mit einem Metalle, oder einem Gemische mehrerer Metalle.Ueber die Leistungen in diesem Gebiete der industriellen Thätigkeit wird in einemanderen Abschnitte gehandelt werden. Wir wollen uns hier nur die Bemerkung er-lauben, daß nach Lyons edle Metalle, wenn einige Tropfen Schwefelkohlenstoff znrLösung hinzugefügt werden, glänzend niedergeschlagen werden sollen.

§. 244.

VIII. Optische Instrumente.

Bei der großen Mannigfaltigkeit der von den berühmtesten Künstlern znr öffent-lichen Preisbewerbung gebrachten optischen Apparate, von der kleinsten Linse bis zningrößten astronomischen Fernrohre, ist es nicht ausführbar, dieselben nur einigermaßennäher zu beschreiben. Nichtsdestoweniger sollen die intereffantesten kurz angegebenwerden. Vorzugsweise waren es Englische, Französische und Deutsche Mechaniker,welche optische Instrumente aufgestellt haben, weniger die Künstler der übrigen Na-tionen, die an der großen Ausstellung Theil genommen haben. Wir begegnen aufdiesem Felde längst bekannten berühmten Namen.

Wenden wir uns zuerst anf ein zur Konstruktion optischer Apparate höchst wich-tiges Material, das Glas. Bekanntlich werden zum Behuf der Beseitigung derFarbenzerftreuung, welche das Licht erleidet, wenn es durch Gläser, überhaupt durchdurchsichtige Körper hindurchgeht, zweierlei Glassorten von verschiedener farbcnzer-streuender Kraft, Crown- und Flintglas, angewendet. In letzterem ist es ein be-deutender Gehalt an Bleioxyd, welcher mit Kieselsäure (und Borsäure) verbundenjene optische Eigenschaft bedingt. Man hat in neuester Zeit versucht, dem Crownglase