Band 
Erster Theil.
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852
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852 X- Klasse. Instrumente aller Art.

sich jeder augenblicklichen Wellenverdichtung oder Verdünnung des gespannten Windesanschmiegend. Eine andere Verbesserung betraf die Bälge selbst. Unsere gewöhnli-chen Faltenbälge waren längst aus Englischen Orgeln verwiesen; dasselbe Schicksaltheilten die Spanbälge. Hill bediente sich einer Vorrichtung, die den Widerbläsernunserer kleineren Orgeln ähnlich war. Vier Schöpfbälge standen in einem eigenenGerüste vom horizontalen Hauptbalge oder (Laternen-) Spanbalge entfernt undwurden durch eine Pendelstange, die horizontal oder vertikal stand, gleich einer Pumpein Bewegung gesetzt. Obgleich auch hier mit deni Hauptbalge ein großer Reserve-balg verbunden war. konnte dem Uebelstande, daß alle diese Bälge gegen das Endeihres Blasens Wind von geringerer Spannung geben, nicht abgeholfen werden, des-halb erfand man die gegenwärtig gebräuchlichen Kompensationsbälge.

Der horizontale (Laternen-) Balg bekam in der Mitte einen Rahmen nahezuvon der Größe der beiden Hauptbalgplatten, die horizontal gelegt waren. Diesermittlere Rahmen ist nun mit der untern unbeweglich festgestellten Balgplatte durcheine nach Innen sich legende, mit der obern beweglichen Balgplatte hingegen durcheine nach auswärts sich legende Falte verbunden. Die drei horizontalen Theile die-ses Balges sind an ihren langen Seiten noch überdies durch vier gegliederte Schie-nencharniere verbunden, welche bewirken, daß jede der zwei Falten dieser horizontalenBälge sich zu gleicher Zeit und in demselben Verhältnisse senkt, während ohne dieseVorrichtung, wie bei gewöhnlichen Faltenbälgen, sich zuerst die oberste Falte hebtund zuletzt erst die unterste und so umgekehrt. Jedes dieser Schienencharniere bestehtaus drei Eisenschienen, die unter sich mit ihrem einen Ende beweglich verbunden,mit ihren andern Enden hingegen mit den beiden Balgplatten in Verbindung stehen.Die mittlere Schiene ist mit ihrer Mittelachse noch überdies mit dem mittleren Rahmenverbunden. Ist der Balg geschloffen, so'haben sie die Figur eines Lateinischen gro-ßen, zur Linken nach links, zur Rechten nach rechts gewendeten H. Zwei unten an-gebrachte Schöpfbälge sind durch horizontale Wagebalken verbunden, von dessen einemEnde ein vertikaler Bleuel mit dem horizontalen Hebel zusammengehängt ist, dessenlängeres Ende der Balgezieher ergreift.

Diese sinnreiche Balgvorrichtung ist die Ursache, daß man in England nie einewindstößige Orgel trifft, während man in Deutschland nur wenige findet, die nicht mehroder weniger windstößig wären. Eine andere sehr interessante Erfindung wurde vondem oben genannten I. C. Bis Hop im Jahre 1809 gemacht. Sie besteht in An-bringung der sogenannten Kompositionspedale an den Orgeln. Diese dienendazu, um mittelst eines Fußtritts eine beliebige Zahl von Registern auf einmal hin-ein, mittelst eines zweiten dieselben wieder hinauszuschieben. Auf diese Art ist derTritt auf ein Pedal zur Seite des eigentlichen Pedals hinreichend, das gesammtelaute Werk abzustoßen oder anzuziehen. Ein zweites Paar von Tritten dieser Artwirkt z. B. auf die Zungenregister allein u. s. f.

Um diese Kompositionspedale an einer solchen Orgel anbringen zu können, istes nothwendig, daß alle Registerstangen auf jeder Seite in einer Ebene, am bestenübereinander liegen. Ihnen zur Seite stehen für jedes Paar Kompositionspedalezwei rektanguläre eiserne Rahmen vertikal gestellt, von der Höhe des Raumes, dendie oben erwähnten Registcrstangen einnehmen, zu deren Bewegung sie dienen. Dieserektangulären Rahmen drehen sich auf ihrer den Registerstangen entgegengesetztenlangen Seite um ihre Achse. Der eine dieser Rahmen wirkt mit seiner vorder»langen Seite auf seitwärts an den Registerstangen angebrachte Tatzen und schiebt,wenn er um seine Achse mittelst des Fußtritts gedreht wird, die mit Tatzen verse-hene Registerstange heraus, der zweite etwas weiter zurückstehende Rahmen, der zu-gleich aus den ersten Rahmen rückwärts bewegend wirkt, schiebt die Registerstangen,gleichfalls hier mit Tatzen versehen, wieder hinein. Diejenigen Registerstangen, aufwelche diese zwei mit einander beweglich verbundenen Rahmen nicht wirken sollen,