§. 247. Orgeln. 855
einander an, z. B. wenn man 10 Bälge iil eine Reihe legt, so hat man sechs solcherReihen vonnöthen. Sämmtliche kleine Hcberbälge befinden sich in einem prismati-schen Gerüste, das gewöhnlich in der Mitte des Orgelgchänses errichtet wird, wennman sich des pneumatischen Hebers bloß für ein Manual bedient. Die Bälge selbstwerden gewöhnlich so gelegt, daß sie mit ihrer Vorderseite nach der »ordern Seiteder Orgel gerichtet sind- Von ihrer oberen beweglichen Deckelplatte laufen nun dieAbstrakten herab, welche horizontal mit in einer Scheide liegenden gleicharmigen He-beln in Verbindung stehen, die nun auf alle zu den Kanzelten führenden Haupt-abstrakten alleirr wirken. Solcher gleicharmiger Hebel oder Wippen in ihren Scheidenbefinden sich so viele Reihen übereinander, als Koppelungen vorgenommen werdensolle». Das Hintere Ende aller dieser Wippen ist natürlich stets mit der Abstrakteverbunden, welche von der Platte des kleinen Hcberbalges herabfleugt; das vordereEnde wirkt dann auf die Abstrakten, welche zu den Kanzellen-Beutilen führen. Umjedoch diese Verbindung der vorderen Enden mit den Abstrakten, wodurch die Koppe-lung bewirkt wird, nach Belieben aufheben zu können, bildet die Wtppenscherde einenRahmen, der sich an seinem Hintern Ende um eine horizontale Achse bewegt; dervordere Theil des Rahmens braucht also nnr erhöht zu werden, was durch Nach-lassnng des Koppclzuges geschieht, so drücken die Wippen mit ihren vorderen Endennicht mehr auf die Ledcrmntterchcn der Hauptabstrakten, und die Koppelung istaufgehoben.
Nach diesem System war die Französische Orgel, in der Mitte des Hanptgangsaufgestellt, von M- Ducroqrret aus Paris konstrnirt. Sie hatte eine thnrmförinrgeGestalt, ein eichenes Gehäuse im Gothischen Style, 30 Fuß hoch, 12 Fuß breit und6 Fuß tief. Sie besaß einen Spieltisch nach Westen gewendet, zwei Manuale vonvollen 5 Oktaven, ein Pedal von 2 Oktaven und 20 Register, die wir sogleich be-schreiben werden.
Register des Hauptwerks.
1. Prinzipal.8 Fuß
2. Glockenprinzipal .8 -
3. Salicioual (Ouleisiw).8 - 40 Pfeifen
4. Großgedackt. 16 - Ton
5. Kleingedackt.8 - -
6. Oktave .4 -
7. Mirtrrr (Pourmturc) Schörig
8. Trompete.8 -
9. Posanne.16 -
10. tllrüinm (Oktavtrompete) .4 -
Schweller-Orget.
1. Prinzipal .. 8 Fuß 49 Pfeifen
2. Geduckt.. . 8 - Ton
g. Querflöte.2 - 44 Pfeifen
4. Gamba.8 -
8. Oktave.4 -
6. Trompete.8 -
7. Oboe und Fagott.8 -
8. Englisches Horn (durchschlagende Zungen) 8 -
Pedal.
Subbaß.16 Fuß
Oxlricloiele.1k -
Die Zungenwerke im Hauptmanual standen auf einer besonderen Windlade, „„dwurden mit Wind von höherer Spannung versehen, als die Flötmwcrke. Hie