Band 
Erster Theil.
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862
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862 X. Klasse. Instrumente aller Art.

hat in den verschiedenen Bereichen des Skalenumfanges verschiedene Qualitäten, wasvon der Dicke und Größe der Zungen herrührt. In den Hähern Oktaven erinnerter an Flöten, in den mittlern an Klarinette und Horn, in den tiefern an denKontra-Fagott. Diese Tonqualität läßt sich noch überdies durch Deckung u. dgl.mannigfaltig modifiziren, weshalb Instrumente dieser Art mit einer Menge von Re-gisterzügen versehen zn sein Pflegen, wodurch eben so viele verschiedene Instrumentenachgeahmt werden sollen, z. B. Flöte, Pikkolo, Klarinett, Hoboe, Oktavtrompetc,Fagott und mehrere Orgelregister. Diese Register sind in der Regel für Diskantund Baß getheilt. Zu diesem Zwecke hat man die Zahl der Znngenreihen gleichden Registern einer Orgel, z. B. bis auf 4 oder 5 vermehrt, wobei jede Reihe eineandere Qualität des Tons besitzt. Diese Register sind, wie schon gesagt, getheilt inBaß und Diskant und ebenso die Registerzüge, denen noch andere mechanische Vor-richtungen mit Registerzügen znr Modifikation des Klanges beigegeben sind. DerZug Expression als Schweller regulirt den Windznfluß; als Dämpferzüge dienendie Sourdine und die Celeste, das Kraml flen macht alle Register zugleich ansprechenund der Zug Forte im Diskant und Baß hebt die Dämpfer von jedem Register.Die beste Wirkung macht das Instrument, wenn jede Znnge mit einem 8 —10 Zolllangen birnförmigen Schallkörper verbunden wird, was jedoch in allen diesen vor-liegenden Instrumenten nicht geschehen konnte.

Eine eigenthümliche Zugabe zu den Aeolodions geschah durch L. P. A. Martinin Paris , der diese Instrumente noch mit einem Hammermcchanismns versah. Dadie Zungen durch den Wind nur als mechanische Kraft in Bewegung gesetzt werden,so ist auch ein Hammerschlag dasselbe zn thun im Stande, gerade wie der Hammereines Pianoforte die Saite in Bewegung setzt. Da indessen die Zungen, angeschlagen,nicht lange vibriren, so entsteht nach dem Anschlagen ein kurzer glockenartigcr abersehr dünner Ton, der mit dem singenden, schneidenden durch den strömenden Windin andauernder Vibration erhaltener Zungen sehr kontrastirt. Referent konnte übrigensdiesem Schlagton auch bei der fertigsten Behandlung nie großen Reiz abgewinnen,und wenn auch die Zungen, von Wind und Hammerschlag zugleich angegriffen, etwasrascher ansprachen, so ist doch der Gewinn lange nicht dem großen Aufwand voneinem sehr komplizirten Mechanismus entsprechend. Martin nannte dieses Aeolo-dikvn: Orzne flo Uercnssinn. Er hatte ein solches Perknssions-Aeolvdikon in Formeines Kabinetpiano aufgestellt, das einen sehr vollen Ton besaß. Die Jury sprachihn, für seine Erfindung „ehrenvolle Anerkennung" aus.

Nicht minder ausgedehnt mit mehreren Jungenreihcn sind die Instrumente vonAlexander und Söhne aus Paris . Er nennt sie Melodium-Orgeln. Die einewar unter dem Aushängeschilde: „für Thalberg verfertigt" erst später ausge-stellt und sehr kompendiös. Die Jury erkannte ihm eine „Ehrenerwähnung" zu.

Neben andern Vorrichtungen, welche den Mechanismus dieser Instrumente nochkomplizirter machten, war eine, die den einmal gegriffenen Ton nach Belieben anhaltenließ, bis man die Tasten wieder anschlug.

Unter den einfachen Instrumenten dieser Art war ein solches Instrument vonI. Jaulin aus Paris , ausgestellt als kanorZnc, das zugleich mit einem Pianoverbunden war, und vvn ihm nach Belieben getrennt und an einen besondern Platzgestellt werden konnte. Der Aussteller hatte sich zugleich ähnlicher Vorrichtungengleich der des Orgelbauers Schulze bedient, um seine Zungen unverstinunbar znmachen. Die Jury erkannte ihm dafür die Preismedaille zn.

Ein sehr gut gearbeitetes Jnstrnment von bedeutender Kraft und außerordent-licher Schönheit des Tones (Orzne ele Vnz'a^e, Preis 500 Franken), das noch über-dies in einen kleinen Reisekoffer gepackt werden konnte, rührte von dem Orgelbaueraus Paris Z. A. Müller her, und in einen noch kleinern Raum ließ sich dasHarmonium zum Zusammenschlagen (k'oletin^ - Harmonium) von Wheatstonr