s> 249. Französische Pianoforte's. 87t
Pianoforte, um den für England unerhört niedrigen Preis von 25 Guineen. DieJury gab ihm eine Preismedaille.
Auch W. Stob art, und Sohn erhielten eine Preismedaille für ein tafelför-miges Pianoforte, das von vortrefflichem Tone und sehr solider Bauart war. Eshatte acht eiserne Röhren als Streben mit messingenen Knöpfen und fünf hölzernenebst einer eisernen Krenzverbindung.
Frankrei ch.
Hier fehlte wenigstens die Hälfte der berühmten Pianoforte-Fabrikanten. UnterAllen stehe» auch hier wieder die Erardschen tlranüs weit oben an. Von großenstügelförmigen und tafelförmigen Pianofortes war anßcr Erard nichts von großerBedeutung geliefert worden. Dagegen war eine große Zahl von aufrecht stehendenInstrumenten aller Art ausgestellt, mit Abänderungen und Zugaben in Hinsicht aufden Bau des Körpers sowohl als der Klaviatur, die indessen alle, wie gewöhn-lich, sehr wenig Einstuß anf Verbesserung des Tons ausübten. Häufig waren, wiebei den Englischen Pianofortes, Vorrichtungen zum Transponiren durch mehrereSemitöne.
Unter allen den Französischen Ausstellern müssen wir den gedankenreichen undeben so nnermüdlicheu H. Pape zuerst erwähne». Er besitzt im Ganzen mehr als165 Patente, von 1825 bis 1845 belauft sich ihre Anzahl allein anf 43. Jedesdieser Privilegien enthält eine originelle Idee oder eine wirkliche Verbesserung, vondenen viele bereits von den meisten Pianofortemachern angewendet worden, ohne daßsie oft nur ahnen, wer der Erfinder derselben ist. Die eisernen Saitenhalter undStimmuägcltafeln, die Dämpfer von oben durch ihr Gewicht wirkend, die niederschla-gende Mechanik, die Anwendung des Hammcrfilzes statt des Leders, sind unter denvielen Verbesserungen einige, deren ich hier nur im Vorübergehen erwähne» will.
Auch in der gegenwärtigen Ausstellung hatte Pape mehrere Instrumente vonsehr kompendiöser und eigenthiimlicher Form. Einige z. B. stellten einen sechssei-tigen Tisch vor (boxagonai tabio piano). Das neue Kram!, das beinahe unvollendetin die Ausstellung kam, mit niederschlagendem Mechanismus, zeichnete sich durchgroße Einfachheit in der Mechanik, durch eigenthümliche Anlage des Resonanzbodensunter den Widerstands- oder Strebestäben aus. Eben so fanden sich seine sogenanntenConsolo-Ui-mokoi'tos in kleinem und größerem Maßstabe, die alle von hoher Ein-fachheit und gutem Ton waren. Die Jury erkannte ihm natürlich die Preis-medaille zu.
Unter flügelformigcn Instrumenten sind die von H. Herz aus Paris zu erwäh-nen. Er hat die Saiten diagonal gelegt, wodurch der Körper verkürzt wird. Ebenso liegt der Resonanzboden nuten. Der Bau wird dadurch etwas höher, der Ton istindessen gut und voll, obwohl er etwas bedeckt erschien. Herz erhielt durch dieJury ehrenvolle Erwähnung.
Namentlich hatten sich die Franzosen bemüht, in ihren Piauofortekörpern dasHolz durch Eisen zu verdrängen, und zwar nicht immer zum Vortheil des Tons.So hatte Harding aus Angers zwei Pianoforte, ein Kabinet- und ein Kraue! aus-gestellt, deren Körper beinahe ganz aus unverrückbar mit einander verbundenenEisenstangen n. dgl. bestand. Der Ton war singend, aber wie nach dieser Konstruk-tion zu erwarten stand, dünn.
Unter den aufrecht stehenden Piauo's verdienen die von Roller und Blan-chet vor allen übrigen den Vorzug. Roller war bekanntlich der Erfinder der auf-recht stehenden Piauo's mit schief,gelegten Saiten. Die Piccolo's dieser Firma sindbei ihrer außerordentlichen Kompaktheit und Eleganz von unübertroffen schönem Ton.Die Spielart ist leicht, gut repetirend bei höchst einfachem Mechanismus. Die tief-