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Erster Theil.
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877
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§. 250. Harfen, Guitarren, Zithern. 877

in große Verlegenheit, denn für die chromatische Skale war kein Platz vorhanden.Man begnügte sich deshalb zuerst die diatonischen Saiten mittelst eines Fingers undspäter mittelst oben am Wirbelstocke beweglicher Haken zu erhöhen. Allein manbedurfte dazu immer einer Hand, die also während dieser Operation nicht mehr fort-spielen konnte. Diesem großen Uebelstande half der ausgezeichnete HarfenspielerHochbrucker zu Donauwörth 17M durch seine Erfindung ab, die Haken, welcheam Wirbelstocke oben die Saiten verkürzen, anstatt mittelst der Hände mittelst einessehr sinnreichen Mechanismus durch einen Fußtritt in Bewegung zu setzen. Mitdieser Erfindung der Pedalharfe begann eine neue Aera für dies Instrument, dennsie konnte nun mit Ebenbürtigkeit neben das Pianoforte treten.

Die Erfindung Hochbruckers verbreitete sich bald durch ganz Europa und erlebterasche Verbesserungen und Erweiterungen. Die allerwichtigste wurde durch Seba-stian Erhard, einem Elsaffer, gemacht, der, wie wir schon bei den PianoforteSbemerkten, die neue so berühmte Erardsche Klaviermechanik erfand. Er verbessertenicht allein den Mechanismus der Pedalharfe, indem er statt der die Pedale mit denWirbeln verbindenden wandelbaren Saiten stählerne Abstrakten anwendete, sonderneinen äußerst sinnreichen und komplizirten Mechanismus erfand, vermittelst dessenman durch ein und dasselbe Pedal die Saiten nach einander um zwei halbe Töneerhöhen kann. Diese Erardschen Harfen ä double mouvement, wie er sie nannte,fanden rasch den ranschendsten Beifall in England und Frankreich (für Deutschland waren sie im Preise zu hoch, so hoch wie die besten Erardschen Pianoforte nachneuester Konstruktion), und 'gerade ein Jahrhundert nach Erfindung der einfachenPedalharfe durch Hochbrucker hatte die Erardsche Pedalharfe mit doppelter Bewegungdie einfache Pedalharfe siegreich verdrängt.

Es hatten indessen von 8 Harftnmachern, die sich allein in London befinden,nur zwei und von Engländern überhaupt nur vier ihre Harfen ausgestellt. I. Bravaus Dublin eine schöne Pedalharfe; F. O. Erard eine sehr reich verzierte unterdem Namen:des Prinzen von Wales Harfe" und B. Jenes aus Cardiff inWales und A. B. Ventura aus London . Unter diesen Harfen verdienten die vonErard vor allen übrigen den Vorzug und er erhielt vorzüglich für seine Klavier-und Harfenmechanik mit einander die große Verdienstmedaille.

B. Jones aus Cardiff in Wales hatte eine dreifach besaitete Watsche Harfeausgestellt, die vorzüglich ihrer Originalität halber von Interesse war. Er erhieltehrenvolle Anerkennung von der Jury. Eben so B. I. Domeny aus Paris , dessenwir schon bei den Pianos erwähnten, neben Erard der einzige Franzose, der Harfenzur Ausstellung gebracht hatte.

Aus der Schweiz hatten Jacgues und Sohn aus St. Croir, KantonBand, so wie Metert und Langdorf aus Genf Mandolinen zur Ausstellunggebracht.

b. Guitarren.

Dieses Lieblings-Jnstrument der Spanier und Italiener, wahrscheinlich aus derLaute hervorgegangen, aber erst seit 1788 von Italien nach Deutschland herüberver-Pflanzt, war von 85 Firmen von 8 Engländern, 1 aus Kanada , 1 aus den Ver­ einigten Staaten , 3 Franzosen, 1 Belgier, 4 aus dem Zollverein, 3 aus Oesterreich ,1 aus der Schweiz , 1 aus Sardinien , 1 aus Rußland , 1 aus Afrika , ausgestellt.

Aus dem Zollvereine hatten die meisten Geigenmacher auch Guitarren zur Aus-stellung gebracht. R uhmann, Tischlermeister aus Eplau bei Landsberg a. d. W.,dann Ferd. Glier und Sohn aus Klingenthal , ferner Georg und AugustKlemm aus Markneukirchen . Die des Letzteren war am prächtigsten ausgestattet.Auch aus Oesterreich fand sich eine Guitarre von D. Büttner aus Wien . Sämmt-liche Instrumente waren von guter Arbeit, ohne neben den Englischen und Franzö-sischen sich besonders auszuzeichnen,