880 X. Klaffe. Instrumente aller Art.
Paolo Alboni war auch in Bezug auf Ausstattung die beste aller Instrumente.Erhielt Ehrenerwähnung von der Jury.
Ferd. Gller und Sohu von Klingenthal hatte 8 Stück Violinen ausgestellt.Sie waren für die Ausfuhr bestimmt und in dieser Beziehung gleich den von Mit-tenwald als Handelsartikel von Wichtigkeit.
Alle diese Firmen sind in merkantiler Beziehung für Deutschland von der größtenBedeutung, denn viele Familien nähren sich allein von diesem Erwerbszweige undsenden ihre wohlfeilen Erzeugnisse nach allen Theilen der Welt.
Die Erhaltung dieses Gewerbszweiges iu einem blühenden Zustande muß denArbeitern wie den Regierungen besonders am Herzen liegen. Zu dieser Erhaltungist ein stets wachsames Auge auf die Anforderungen der Zeit unentbehrlich, dennnur allzu leicht werden diese Erwerbszweige bei geringer Fahrlässigkeit von ihremheimischen Boden iu ein fremdes Land hinübergezogen.
Von Oesterreich hatten D. Büttner aus Wien ein Saitenquartett nebstKontrabaß; I. Rott aus Prag Violinen und Guitarren; C. Enrico aus Kremonaeine Violine und Herzlieb aus Grätz in Steiermark gleichfalls ein Saitenquartettzur Ausstellung gebracht, im Allgemeinen von guter Arbeit und im Ganzen vongutem Tone. Der Kremoneser Geige schadete nur ihr Name.
F. Cellier u. Sohn aus Hamburg sandten ein Violoncello zur Ausstellung.
Erwähnung verdient noch F. H. Pupinnat aus Lausanne . Er hatte 2 Vio-linen und ein Violoncello zur Ausstellung gebracht. Eine unlackirte Violine, in ihreTheile zerlegt, die sich aber leicht zusammensetzen lassen, gaben den sichersten Beweiseiner äußerst reinen und schönen Arbeit.
l>. Violoncellos
hatten beinahe alle angeführten Geigenmacher ausgestellt, einige mit größer», anderemit geringerm Erfolge, denn nicht immer macht ein Geigenmacher, der gute Vio-linen hervorbringt, auch gute Violoncellos oder Kontrabässe.
John Knowles Heaps von Leeds hatte ein Violoncello nach einem seinerAngabe zufolge auf mechanischer nnd mathematischer Basis ruhenden, ganz neuenPrinzipe gebaut, vorgelegt.
Das geprüfte Instrument war von gutem, vollem Ton, und hatte auch nichteinen mangelhaften Ton in seiner ganzen Skala. Nach einem gedruckten Zeugnissehatte er auch ein ^mati-Violoncellv, das im 1k sehr mangelhaft war, vollkommenauch in Bezug auf diesen Ton korrigirt.
Für einen recht netten nnd volltönigen Kontrabaß von Vogelaugen-Ahorn, dessenAusschnitte sehr abgerundet waren, erhielt I. Tonnn aus Balletts (Insel Malta)eine ehrenvolle Erwähnung.
c. Violinbogen und Saiten.
Bogen hatte gleichfalls jeder Geigenmacher mit seinen Instrumenten eingesandt.Der Artikel selbst ist von größter Wichtigkeit, denn nicht jeder gute Geigenmacher istim Stande, gute Geigenbogen zu verfertigen. So verfertigte z. B. Matthias Al-bani wohl die besten Geigenbogen, während die viel berühmteren Amati darinnicht sehr glücklich waren.
Den größten Ruf in Frankreich besitzt Simon und Henry in Paris . IhreBogen sind von der größten Elastizität. Bei jeder Spannring der Haare rechtwinkligauf die Ebene des Striches gerade bleibend. Die einzelnen Verhältnisse sind, wiedie Erfahrung lehrt, die praktischsten, dabei waren die ausgestellten Bogen auch iwAeußern auss Glänzendste ausgestattet.
An diese reiht sich der Engländer I. D odd aus London , der gleichfalls sehr glän-