Band 
Erster Theil.
Seite
893
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§. 252. Metall-Blase-Instrumente. 893

Referent hatte mehrere Instrumente, z. B. die beiden Fagotte des Zollvereins,die zuletzt doch einen Preis erhielten, selbst in Ordnung und die Klappen zum Schlüssegebracht, nachdem sie schon als unprüfbar bei Seite gelegt worden waren. Es kosteteReferenten sogar unsägliche Mühe. die sämmtlichen Deutschen Instrumente zur Probein das Prüfungslokal geschafft zu erhalten. Selbst schriftliche Aufforderungen zurEinsendung blieben nicht selten unberücksichtigt. Der Franzose Sar dagegen fandsich selbst in London mit seinen Arbeitern ein, hielt seine Instrumente nicht nur un-ausgesetzt im besten Zustande, sondern veranstaltete auch beinahe täglich eine Produk-tion auf seinen Instrumenten in der Ausstellung. Natürlich, daß die fremden ver-lassenen Instrumente dabei in den Hintergrund traten.

Andererseits zeigte sich auch wieder der Umstand bei den Deutschen Blech-Blase-Jnstrumenten, daß sie im Vergleich mit Englischen und Französischen nicht so sorg-fältig und nicht so stark im Metall gearbeitet waren. Auch hier wieder machteder Kaufmann, wie bei den Saiten-Instrumenten, denselben Einwurf: „wir beziehenallerdings viele Blech-Blase-Jnstrnmente von Deutschland , aber nur des wohlfei-leren Preises halber; denn Keiner in England, der das Geld nur irgendwie aus-zutreiben im Stande ist, wird sich ein so leichtes, zerbrechliches Deutsches Instru-ment anschaffen."

Zum Schlüsse haben wir noch von einer anderen Art von Metall-Blase-Jn-strumenten zu sprechen, welche, wie die eben beschriebenen, mittelst eines Keffelmund-stücks angeblasen werden, aber Tonlöcher gleich der Oboe besitzen.

Diese Klasse von Instrumenten ist sehr alt, ja wahrscheinlich hat das Leren derHebräer eine ähnliche Einrichtung gehabt. Diese Instrumente wurden indessen sehrzweckmäßig aus einer konischen nur sanft gebogenen oder geschweiften Holzröhre ge-macht, und da sich das gekrümmte Instrument nicht mittelst eines Bohrers herstellenließ, so wurde es aus zwei Holzstücken zusammengesetzt, die sorgfältig konisch ausge-stoßen waren und dann mit Leder überzogen wurden. Man gab ihnen sechs Ton-löcher auf der oberen Seite und unten eins für den Daumen. Da jede Seitenöffnungdie Erweiterung des Instrumentes unten in einen Schalltrichter unnütz macht, sowurde dieser weggelassen. Das älteste dieser Justrumente ist der Zink oder Zinken,Oornetto. Es wurde bis Ende des vorigen Jahrhunderts zur Begleitung, und vondem Stadtmnsiker, der zugleich Thürmer war, zum Abblasen angewendet. Die kleinsteGestalt war der Quartzinken oder das Kornett!»!,, von a bis x. Ein größeres In-strument dieser Art von zwei Fuß Länge hatte einen Umfang von » bis i.

Das Baßinstrument zu diesen Zinken ist der sogenannte Serpent, auch Feld-schlange genannt, um 1590 zu Aurerre vom Kanonikus Edm. Guillaumeerfunden, und auch zuerst in Frankreich als Baßinstrnment zur Oboe bei Kriegs-musiken gebraucht.

Als der Zinken längst außer Gebrauch gekommen war, bediente man sich desSerpent als Baßinstrument bei Militairmusiken, und sei» schöner, markigers großerTon ist durch kein Instrument dieser Art, am wenigsten durch das an seine Stellegetretene moderne Ophikleid ersetzt worden.

Da der Zinken die ganze chromatische Skala besitzt, unsern Trompeten und Hörnernnur die natürliche eigen ist, und die noch überdies, da wo man ihre Töne gegenwärtig be-nutzt, zugleich am beschränktesten sind, so machte man schon in alten Zeiten Versuche, diefehlenden Töne durch Grifflöcher, wie beim Zinken, zu ersetzen. Allein die eigenthümlichecharakteristische Natur der Trompeten und der Hörner, ihr schmetternder, glän-zender Ton hängt von dem in seiner Kontinuität ununterbrochenen metallenen Rohreund dem Schalltrichter ab. Schon durch die bei den oben beschriebenen Blech-In-strumenten angebrachten Ventile ist der eigentliche glänzende Trompeten- und Wald-hornton zum Theil verloren gegangen (den währen Trompetenton hört man nurmehr bei feierlichen Gelegenheiten an großen Höfen, bei welchen sich noch sogenannte