918 X- Klasse. Instrumente aller Art.
gelagerten Sprungfeder verbunden und kaun sich nur wenig heben. Der Hub istdurch eine Stellschraube regulirt. Unter dem Drehpunkte des Hebels ist das Pendelau zwei stählernen Federn aufgehängt. Es trägt au der einen Seite einen messing-nen Bogen, gegen welchen, bei der Bewegung, ein Stift nahe dem Ende des kürzerenHebelarmes anstößt. An der andern Seite der Pendelstange ist ein horizontaler Armbefestigt, welcher in einen Haken ausgeht, der in ein Zahnrad aus Elfenbein ein-greift, auf dessen Welle ein Kommutator aufgebracht ist. Schleifende Federn leitenden Strom periodisch zur Uhr. Das Werk zeigt ^ Sekunden. Wieberg (daselbst),Stutzuhr mit Feder-Hemmung.
ä) Aus dem österreichischen Staate.
Ratzenhofer (Wien ) Pendeluhr mit vielen kleinen Zifferblättern, die Zeit anallen Europäischen Hauptstädten zeigend. Schubert (daselbst) Stntzühren, großeWanduhren, Nippesuhren, Pendüle an die Wand zu hängen.
Als Kuriositäten sind zwei kerpetua mobilia — denn so muß man wohl dienachstehend anzuführenden Uhren nennen — von Pasqnale Anderwalt (Trieft)aufgestellt worden. Der Künstler hat über einen großen gläsernen, mit gesäuertemWasser angefüllten Gasometer, in welchem ein kürzeres Glasgefäß von etwas ge-ringerem Durchmesser als Gasbehälter sich befindet, ein Uhrwerk aufgestellt, welchesdurch sich entwickelndes Wasserstoffgas, wodurch der Gasbehälter gehoben wird, sichaufzieht. Hinter dem Werke erhebt sich in mehrfachen Windungen ein messingenesSchlangenrohr, in welchem sich Zinkkugeln befinden sollen, von denen, in bestimmtenPerioden, durch Oeffnung des unteren Endes der Röhre vermittelst des Werkes, einein das saure Wasser des Gasometers fällt, wodurch die Gaöentwickelung beginnt,die Hebung des Gasbehälters und dadurch das Aufziehen erfolgt. Diese Uhr soll30 Jahre gehen. (?) Eine zweite Uhr soll sich durch den Druck der Luft auf dasQuecksilber eines Barometers selbst aufziehen, und soll einige Hundert Jahre,ohne daß man nöthig hat sie zu berühren, fortgehen. Es ist zu bedauern, daß derKünstler so viele Zeit, Mühe und Kosten an solche unnütze Dinge verschwendet hat.
e) Französische und Belgische Aussteller.
Berühmt sind, und mit vollem Rechte, die feinen und geschmackvoll dekorirtenBronze-Uhren, vergoldet in Glanzgold, in or moulu, oder auch Lrunirt. DiesePendülen waren von einer bedeutenden Zähl Pariser Häuser in reicher Auswahlausgestellt. Da bei derartigen Uhren die Hülle bei weitem das Werthvollereist, und das Werk, dessen Tüchtigkeit wir nicht bezweifeln wollen, mehr in den Hin-tergrund tritt, so werden wir hier nur die hauptsächlichsten Firmen nennen, unddem Berichterstatter über Klasse XXIII. überlassen, die Schönheit der Bronzen .zubeurtheilen.
Boyer, Brocot, Uhren mit Angabe des Tages, Datums, Monats, Mond-phasenrc.; Gebrüder Levy, Marchand, Gebrüder Mir oy, Weygand, Gillot,Matifat, Gebrüder Lerolles, Bittoz, Gebrüder Susse. Desfontaines,früher Leroy und Sohn» eine reich in versilberter Bronze verzierte Stutzuhr imRenaiffance-Styl, wie sie vor 100 Jahren gebaut wurden. Die Oberstäche des Sil-bers, wie jetzt beliebt, orydirt- Grignon, Paillard, sehr große Pendüle, reichvergoldet, mit Kandelaber für 20 Kerzen.
Abgesehen von diesen Lurus-Uhren sind noch folgende zu bemerken. Die Ge-brüder Japy (Beaucourt) betreiben eine Fabrik, bei welcher Werke für Pendülen,so wie für Taschenuhren mit Maschinen gefertigt werden. (Vergl. Seite 911).Leon-Clement und Bourgeois (siehe oben Seite 910) desgleichen. Pesche-loche-Divin (Epernay ). Lerour (Cancäle), Abänderung im Mechanismus desSchlagwerks. Robert (Sanscerre), Pendülen mit Repetition. Bally (Paris ),feine Pendülen und Uhren an die Wand zu hängen. Nr er«, ferner Po tonte(Paris ), Pendülen mit und ohne Kompensationspendel. Gebrüder Reydor und