Band 
Zweiter Theil.
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XIII. Klasse. Scibenwaare».

die Anstalten für die Scidcnwürmerzucbt 1412 durch die Bemühungendes Magisters Peter Bartolus von Florenz erweitert und niit Privilegienauf 10 Jahre ausgestattet, 1443 noch andere Mailänder zu denselbenPrivilegien zugelassen und 1470 für das ganze Mailänder Gebiet obrig-keitlich verordnet, daß auf je 100 Ruthen 5 Maulbeerbäume gepflanztwerden sollten, Z

In Frankreich wurden Scidcn-Manusakturcn ums Jahr 1480in Tours und 1520 in schon angelegt. Heinrich IV. war ein beson-ders eifriger Beförderer der Seidenzncht und der Scidcn-Manufakturen.Unter ihm ward der Seidenbau in Lyonnais, Dauphinö, Provencennd Langucdoc eingeführt. Ludwig XIV ". und sein großer MinisterEvlbert waren gleichfalls Beschützer der Seidenzncht sowie der Seiden-Manufakturen, nnd Letzterer ließ namentlich dnrch den FabrikantenBcnais aus Italien Seiden-Moulinagcn in Frankreich einrichten. 1070wurden den Seidenspinnereien wichtige Privilegien ertheilt. Unter Lud-wig XV. wurden 1745 Baumpflanzungen in Poitou, Tours und Gre-noble angelegt und die Maulbeerbäume unentgeltlich vertheilt, wasLudwig XVI. fortsetzte. Während der Republik , des Konsulats und desKaiserreichs stockte der Fortschritt der Scidcnkultur in Frankreich und eswurde insbesondere noch aus dem Grunde von Napoleon nicht viel zuderen Belebung gethan weil Italien als zu Frankreich gehörend betrachtetward. Doch hatte man sich inzwischen im Jahre 1798 aus China dieGier der weißen Sina-Seide zu verschaffen gewußt, und obgleich derenKultur anfangs vernachlässigt ward, fesselte sie doch im Jahre 1808 dieAufmerksamkeit des Gouvernements und setzte dasselbe Belohnungen zudiesem Zwecke aus. Ein gleiches that die Societö d'Encouragemcnt undsind diese Maaßnahmen für die Kultur der Chinesischen Seide in Frank-reich von großem Erfolg gewesen. Seit dem Frieden von 1815 begannvon neuem cin gewaltiger Aufschwung. 1812 wurde nur für 30 Mil-lionen Francs Seide gewonnen, 1826 schon für 60 Millionen, 1843aber bereits für 115 Millionen Francs, und gegenwärtig rechnet manden Ertrag noch viel höher.

Die Vervollkommnung des Materials durch sorgfältig geleiteteHaspel- und Moulinir-Anstalten hielt Schritt mit der gewaltigen Aus-dehnung des Seidengewinns, und wie Frankreich schon den ersten Rangin der Scidcnindustric überhaupt einnimmt, so hat es auch den Ruhm,gegenwärtig das beste Rohmaterial zu liefern. Ein Gleiches zu erstreben,ist Italien jetzt eifrig bemüht.

In England faßte die Seidenweberei ebenfalls im fünfzehnten Jahr-hundert Fuß, erhielt aber erst einen besonderen Aufschwung durch die nachAushebung des Edikts von Nantcö im Jahr 1685 in großer Zahl dort-hin auswandernden Französischen Seidenarbciter. Dieselben ließen sichin Spitalsields bei London , noch jetzt einer der Hauptsitzc EnglischerSeidenmanusaktur, nieder, und bewilligten ihnen die Beherrscher Eng -