Band 
Zweiter Theil.
Seite
111
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8. 2t. Geschichtliche Notizen und einleitende Bemerkungen. 111

lands mannigfache Vorrechte und Privilegien, deren letzte Reste erst 1824dnrch HuSkisson beseitigt wurde». 1697 verbot man in England dieEinfuhr Französischer Seidcnwaarcn, was 170t auch auf Ostindischeund Chinesische Waaren ausgedehnt ward. Es hat jedoch bis zur AusHebung dieses Verbots durch HuSkisson am 5. Juli 1826 ein großartigerSchmuggclhandel von Scidcnwaaren aus Frankreich nach England statt-gefunden, der (nach Porter) sogar für die Jahre 1827 bis 1843, wodie Prohibition doch bereits aufgehoben und nur ein Zoll von 30 Prozent vom Werth auferlegt war, auf ungcfäbr daS gleiche Quantum dergesetzlich eingeführten Waaren geschätzt wird. Erst 1719 wurden durchdombe die Scidcnmüblcn aus Italien eingeführt. Uebcrhaupt hatten diePrivilegien der Spitalsieldö-Weber zwar anfangs woblthätig auf Ver-breitung der Scitenmanufaktur in England eingewirkt, gestalteten sichaber später zu einem wahren Hemmschuh für ihre fernere Ausbildung.Mit den Huskissonschcn Reformen von 1825 begann eine neue Aerades Fortschritts. Im Turchschiütt der zehn Jahre von 1815 bis 1824verbrauchte die Englische Scidenindustric für 1,882,311 Lstr. an Roh-seide, in den folgenden zehn Jahren dagegen schon für 3,678,001 Lstr.und in den Jahren von 1835 bis 1849 ist der jährliche Verbrauchdurchschnittlich aus 4,148,540 Lstr. gestiegen. England bildet sich seitjener Zeit zum Hanptkonkurrcnten Frankreichs aus.

Auch in Deutschland wurde, wie in England, die Scidenindustricdurch Französische Rcfügiö'S gegen Ende des sechzehnten Jahrhundertsin größerem Maaßstab eingeführt. Bekannt war sie übrigens schon weitfrüher; so sind z. B. nach Gudcn fO»4. «Ich!. 1. 349.) im Erzstist

Main ; im zehnten Jahrhundert die Frauen und Töchter gewisser Dienst-mannen zu Seivcnarbeitcn verpflichtet gewesen.'') In Krefcld finden wirdie Seidenindustrie seit 1656, in Berlin zwischen 1700 und 1706.Den Bemühungen Friedrich'ö des Großen und seines Ministers Herzbcrgist ihre großartigere Fortbildung vorncbmlich zu danken. Die Sciden-zucht selbst ist jedoch im Zollverein, wie in England, noch zu keiner bemcr-kenswerthcn Ausdehnung herangewachsen.

Frankreich, England, Oesterreich, der Zollverein und die Schweiz sind gegenwärtig die Hauptländer für die Seidenmanufaktur, für denSeitenbau dagegen Italien, Frankreich und nach diesen Spanien , sowievon außereuropäischen Staaten Ostindien und Ehina.

Wir gehen nunmehr zur Besprechung der Ausstellung über.

Der schon früh verbreiteten offiziellen Aufforderung zur möglichstausgedehnten Betheiligung bei der Londoner Ausstellung und den Erwar-tungen, denen man sich bei den großartigen Veranstaltungen, welche zurAufnahme getroffen wurden, hingeben durste, entsprachen die Zusendungenauch bezüglich der Seidcnwaarcn-Fabrikation vollkommen. Wir sehennebelt den Erzeugnissen der auögebildetsten Industrie Englands und desEuropäischen Kontinents zugleich aus den verschiedensten und entferntesten