Band 
Zweiter Theil.
Seite
181
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§. 36. Gau ; schwere Leinen. 181

ten Gewicht belastet und sodann die Lieferung sofort verwirft, wenn derStreifen das Gewicht nicht trägt.')

Die Fabrikation von Kanevas aus Hanf ist in Schottland wenigüblich; sie gehört hauptsächlich der Handweberei Belgiens an. Belgien besitzt hierin jedenfalls die Oberhand über die Schottische Fabrikation,denn man erportirt davon nach Spanien, Holland, Norwegen , auchetwas nach den Baltischen Häfen Preußens und nach Hamburg . Manglaubt, daß dieselben 5 bis 8 Jahr länger halten als die aus Flachs. Wirwollen dieß dahin gestellt sein lassen. Nachdem man die Dundee Flachs-Kanevas-Garne so gleichmäßig mechanisch spinnt und webt, möchte dieRegelmäßigkeit dieses TuckeS in allen seinen Theilen, verbunden mitgrößerer Billigkeit, doch dem Hans-Segeltuch allmälig Abbruch thun.

Ersichtlich ist, daß die Belgischen von Hand gewobenen Hanf- lindauch Flachs-Kanevas den Schottischen an Egalität nickt gleichkommen.Es giebt, wie im Leinensach, auch bier ein großes Publikum, welches dieBelgischen Segeltuche aus Handgarn den mechanischen vorzieht; esbangt hierbei jedoch, wie bei der Leinwand, nur von der Güte des ver-brauchten Materials ab, welchem der Borzug gebührt. Im Preise hal-ten sich die Belgischen Kanevas den Englischen gleich, während Französi-sche etwa ö Prozent theurer sind. Jedenfalls hat aber Belgien die ge-schicktesten und billigsten Handweber; es giebt deren oft nach Frankreich ab, und England hat nur durch Hülse der mechanischen Webcstühle sichauf den Standpunkt der Konkurrenzfähigkeit schwingen können.

Ganz nach Schottischem System mit Maschinengarn und Maschinen-Weberei arbeiten R. Ameye-Berte in Gent , und ist bei deren Kanevaskein Unterschied der Qualität gegen Schottische wahrzunehmen; die Waareist schön hell von Farbe, gleich und gedrungen. Dieselben haben auchein Stück 2,7 Meter breit ausgestellt, mit der Hand gewoben, welchessich der Breite wegen auszeichnet, sonst aber unegal scheint. Von diesenFabrikanten, so wie von verschiedenen andern sind auch starke Gewebe zurBedeckung von Eisenbabnwaggons ausgestellt.

W. Wilsord in Tamize, Dobelaere, Hulin in Gent und E.Kums in Antwerpen , haben auch recht derbe egale, zum Theil aus Ma-schinengarn aber mit der Hand gewobene Kanevas, letzterer, welcher auchdie Preis-Medaille crbält, mit mebreren Abweichungen in Farbe undStärke der Garne ausgestellt, die nichts zu wünschen lassen. Das Ma-terial ist sämmtlich Russischer oder Belgischer Flachs. Weniger egal imGarn sind die von Mörmann, Van Lörc in Gent in Flachs undHanf, von I. E. Van Overloop und C. Hakgens in Zele (Ost-flandern) in Hanf ausgestellten Kanevas, wie dieß bei den Handgarn-und Hansgeweben im allgemeinen der Fall ist.

Von Rußland hat die Kaiserliche Alcrandrowski-Fabrik,welche die Preis - Medaille erhält, eine große Auswahl ganz gelungenerSegeltuche ausgestellt. Dieselben finden, außer der eigenen Marine, in