Gemusterte Leinenwaaren. §. 38. Einleitende Bemerkungen. 185
Bestand hat, um so weniger als die Baumwollcn-Produktion Nord-Ame-rikas anhaltend stark zunimmt. — Die ausgestellten baumwollartigcn(Gewebe sehen nicht einmal gut aus; wo der Stoff mit Wolle zusammenverarbeitet ist, zu flanellartigeu Zeugen, serner zu halbseidenen, macht er-sieh besser und mag auch eher reussire». Doch würde eine solche Verfäl-schung der Woll- und Seidenstoffe wohl im Gebrauch geringere Dauerund leichtere Vergänglichkeit herausstellen, wie denn im Allgemeinen auchalle zeitberigcn Versuche, Flachs zu bleichen und dann zu verspinnen, nochzu keinem praktischen Vortheil geführt haben.
Schließlich sei noch erwähnt, daß Referent da, wo es nicht möglichwar die Preise der Fabrikate in der Ausstellung zu erfahren, die Angabenoder die Urtheile darüber von EngroS - Händlern der entsprechendenStoffe eingeholt hat, welche vermöge ihrer lokalen Lage und Geschäsls-kenntniß ein unpartbeiischeS, aus Erfahrung begründetes Urtheil abzugebenim Stande waren.
k. Gemusterte Lein enwaa reu.
8. 38.
Einkeilende Bemerkungen.
Bei Beurtheilung der gemusterten Lcinengewebe haben uns, vomStandpunkt des Fabrikanten aus, die folgenden Grundsätze ge-leitet.
Bezüglich der leinenen Tafel-Damaste haben wir in erster Reihe dieSchönheit des Musters, in zweiter das Appret des Stoffes undin dritter Reihe die Qualität desselben der Beurtheilung unterworfen;eine Waare in welcher diese drei Bedingungen genügend erfüllt sind, istals eine vollkommene zu betrachten. Es darf dies aber nicht so verstan-den werden, als stellten wir die Qualität hintenan, als zögen wireine geringere aber gut appretirtc Waare, einer besseren aber mangelhaftgebleichten und appretirten vor. Es soll vielmehr nur die Schw Irrig-keit einer vollendeten Appretur im Vergleich zur Weberei hervorgehobenwerden. Die Herstellung selbst sehr feiner Damastgewebe ist nämlichmit wenig größeren Schwierigkeiten verbunden als bei den gröberen der-artigen Stoffen, weil man sich fast überall zur Nette des leinenen Ma-schinengarns bedient, das beinahe mit derselben Leichtigkeit wie Baum-wollengarn verarbeitet werden kann. Wenn in einigen Fabrikgegendendes Zollvereins, z. B. Bielefeld, auch wohl der Aufzug (die Kette) vonHa ndgespinnst genommen wird, so versteht es sich hierbei von selbst,daß mit der feineren Qualität sich auch die Mühe und Sorgsali beimWeben steigern muß; die Verwendung des Handgespinnftes ist aber im