Band 
Zweiter Theil.
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tz. 56. Sohllcder.

') Ueber die Gerbstoffe vergl. Th. I. S. 420 dieses Berichts.

2) Die uns über diese Verhältnisse gewordenen Mittheilungen verdanken wir HerrnI. H. Richartz in Köln und Herrn L. W. Schneider ». Gomp. zu Berlin underschienen diese Notizen uni so werthvollcr, als Herr Richartz zu Köln sowohl als zuBuenoS Ayres eigene großartige Häutehandlungen besitzt.

§. 56 .

Sohlleder.

Man verlangt von demselben, daß es fest, steif und elastisch sei, daßes, mit einem scharfen Messer durchschnitten, eine egale hellbraune Farbeund einen glatten Schnitt zeige, und daß es, in Wasser gelegt, dasselbe garnicht oder doch nur sehr langsam aufsauge, mit einem Wort, daß sein spe-zifisches Gewicht ein möglichst großes sei.

Engländer, Franzosen, Rheinländer und Oesterreicher streben allge-saiumt dahin ein Sohlleder von obengenannten Eigenschaften zu erzielen;doch sind die Wege, die sie dafür einschlagen, sehr von einander verschie-den und werden wir, unter Hinweisung auf die ausgestellteil Produkte, inkurzen Umrissen daö in diesen Ländern übliche Verfahren angeben.

Der Englische Lcdcrfabrikant verwendet zu Sohlleder entwederSüdamerikanische Häute, die er im ungetrocknetcn oder gesalzenen Zu-stande bezieht, oder Englische Häute, die er noch frisch, grün, direkt vondem Metzger empfängt. Das von ihm zum Gerben angewandte Mate-rial ist, wie wir dieses an dem aus der Ausstellung befindlichen Leder ent-nehmen, ein sehr verschiedenes.

Die Herren Boutcher, Mortimer und Comp. in London ,welche neben ihrem Sohlenleder auch die zum Gerben desselben verwende-ten Materialien ausgestellt haben, geben uns zu einem Näheren darüberGelegenheit. Von denselben herrührend befinden sich nämlich anf derAusstellung:

Zwei Sohlhäute von dem Fell deS Nilpferdes, in Valonia, Orien-talischer Knopper, gegerbt; sie haben eine grau-grünliche Farbe und un-geachtet ihrer Dicke von mehr als einem halben Zoll find sie doch vollkom-men durchgegcrbt, aber so hart, daß eine Messerklinge sie kaum zu durchdringenvermag; ferner drei Sohlhäute aus Buenos Ayres -Ochsenhäutcn, wovondie eine, mit grau-grünlicher Farbe erscheinend, mit Valonia, die zweite, welcheeine helle chokoladebraunc Farbe hat, mit der Rinde des Mimosen Bau-mes, und die dritte, deren Farbe eine gelblich-braune ist, mit der Rindeeiner sehr alten Englischen Eiche gegerbt ist; diese Rinde hat eine Dickevon mindestens zwei Zoll, deren äußere Schaale aber vor dem Verkleinernabgeschabt worden ist. Diese drei, resp. fünfHäute, zu welchen, außer einemzwei Zoll dicken Stück aus dem Rücken der Nilpferdhaut, noch eine sechstekommt, welche, von einem Englischen Ochsen abstammend, sich auch durch