Band 
Zweiter Theil.
Seite
274
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274 XU Klasse. Leder und Leberwaarcn, Pelzwerk und Haute.

Außer den bereits namhaft gemachten zwei Londoner Häusern habenauch Southey und Comp. daselbst, Hall und Comp. aus Neu Süd-Walliö und die Ostindisch - Brittische Gesellschaft solche Wagen-verdeckhäutc zur Ausstellung gebracht, wovon aber die der beiden Letzter»nicht gespalten, sondern mit dem Falzmcsscr dünn ausgearbeitet sind.

Wenn wir nun aus die Produktionen in lackirtem Leder von Neu-holland, Ostindien und von Southey und Comp., welche sämmtlichaußer Vachetten (Wagcnverdeckhäuten) auch andere Sorten lackirtcn Le-ders zur Ausstellung gebracht haben, nicht näher eingehen, so können wiraber doch nicht anders, als noch einige Zeit bei den Erzeugnissen vonOastlcr und Palmer und von Diron und Whiting zu verweilen, da wirsonst bei Besprechung der Französischen und Deutschen Leder gleicher Artwieder hierauf zurückkommen müßten. Mit wenig Ausnahmen sindsämmtliche von diesen Häusern eingebrachten Leder, gespaltene Häute.Sie haben dieselben in halb und ganz fertigem Zustande vorgelegt.Die ganz enorme Fläche, welche diese Häute einnehmen, wird den Be-schauer nicht wenig überraschen; der Kenner aber wird nicht umbin kön-nen, den Ausstellern hinsichtlich der Leistungen ihrer Spaltmaschinen seineAnerkennung zu zollen, und wenn auch für die Ausstellung eigcnds herge-richtet und in PrariS sonst nicht vorkommend, so liegt doch das Außer-ordentliche vor, daß aus einer Haut deren drei angefertigt, lackirt undauf die Ausstellung gebracht worden sind.

Die Narben- oder Haarseite dieser lackirtcn Leder ist mit feinenRippchen versehen, die Fleischseite hat deren keine, sondern ist glatt. DieNatur dieser Leder ist jene markige, kernige und geschlossene, deren wirbereits bei England'ö Ausstellung in Sattler - und Geschirrleder Erwäh-nung gethan haben. Der Lack dieser Leder hat aber weder Glanz nochBiegsamkeit, sondern er ist matt, trüb und glanzlos, und dabei so dick auf-getragen, daß er ohne zu brechen nicht gebogen werden kann. ES hältdas Englische Erzcugniß dieser Art keinen Vergleich aus mit dem Franzö-sischen und Deutschen , wie wir später näher darlegen werden, und wenndem Engländer ein Verdienst bei der Fabrikation dieser Leder gebührt, sobezieht sich dasselbe lediglich auf seine Geschicklichkcit in Verwendung derSpaltmaschinc und auf die Auswahl der ihm von der Natur geliefertenvortrefflichen Häute.

England nunmehr verlassend, betreten wir jetzt jenen Kreis derAusstellung, wo keine Bevorzugung der Natur mehr stattfindet, wo siealle Nationalitäten einander gleich gestellt und diese darauf hingewiesenhat, durch Fleiß und Intelligenz eine Bevorzugung sich selbst anzueignen.Wir kommen nun zu jenem Artikel, der ein Produkt der neuesten Zeit,gleich dem strohfarbenen Glace-Handschuh, ein nicht mehr zu entbehren-des Bedürfniß der eleganten Herrenwelt geworden ist, nämlich zu derFußbekleidung aus Ouir verni (lackirtem Kalbleder). Auf sämmtlichenMärkten Europa 'ö, Amerika's, Jndien's u. s. w. bekämpfen sich darin