§. 5s. Lackirte Leder.
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hundfclle werden nicht wie Kalbfelle auf der Fleischseite, sondern stets aufder Narben- oder der Haarseite lackirt und liebt man cö, diese ausge-franst (o»Mm»o(I> darzustellen. Es sind mehrere Fabrikanten, welchediese Ledersorte erzeugen, doch ausgestellt ist sie nur von dem genanntenHause.
Die Ausstellungsstücke von Oastlcr und Palmer, sowie die vonDiron und Whiting bestehen in genarbten und glatten lackirten Häu-ten für Sattler - und Wagcnmacher-Gebrauch und bieten des In-teressanten so viel, daß wir uns wobt schon erlauben dürfen, auf dieseErzeugnisse im Allgemeinen sowohl als im Speziellen näher einzugehen.Der mehr und mehr gestiegene Luruö der Städte, ihre Zunahme an Um-fang, die Neigung ihrer Bewohner, sich das Leben angenehmer und be-quemer zu machen, konnte nicht ohne Wirkung auf die Fabrikation vonKutschen und Fuhrwerken aller Art bleiben. Ihr Bedarf vermehrte sichunendlich und die Ansprüche deS Publikums an deren Eleganz und Kom-fort wurden immer größer. DieS mußte natürlich auf die zur Wagcnfa-brikativn benöthigtcn Ledcrartikcl sich ebenfalls äußern; es mußten sich hin-sichtlich ihrer nicht bloß ein größerer Bedarf, sondern auch erhöhte Forde-rungen bezüglich Schönheit und Eleganz einstellen. In der That dürftenicht leicht ein Land der Erde ausfindig zu machen sein, das nicht lackirtcsLeder, zu Wagenverdecken bestimmt, znr Ausstellung gesandt hat.
DaS Dach des Wagens, welches bald steif gestellt, bald zurückge-schlagen werden soll, bedarf neben einer großen dünnen lvchcrfreicn Haut,auch eine solche, die dehnbar und weich, alle Biegungen ohne zu brechenverträgt. Die Haut der Kuh, vermöge ihrer natürlichen Dünnhcit undgroßen Fläche, bot somit das einzige Material zur Herstellung von Wagen-decken; sie wurde mittelst Fett weich gemacht, geschwärzt und genarbt.Allein sie genügte nicht lange, denn der Sonne ausgesetzt, trat das in ihrbefindliche Fett auf ihre Oberfläche und beschmutzte sie, ihre Farbe, ur-sprünglich schwarz, ward bald roth, und der vor Kurzem noch so eleganteWagen bald seiner Schönheit beraubt. ES gelang einen Lack zu erfindender weich, geschmeidig und schwarz ist, und indem man diesen auf die er-wähnten Kuhhäute angewandt, konnte man dem Wagenbauer zu Ver-decken ein Leder anbieten, das von vorerwähnten Nachtheilen gänzlichfrei ist. Da aber die vorhandenen Kuhhäute zur Befriedigung eines sichtäglich steigernden Bedarfes an Verdeckleder nicht ausreichten, so kamenEnglische Fabrikanten auf den Gedanken des Spaltens großer starkerOchsenhäute, und indem sie dieselben ihrer ganzen Fläche nach durchschnit-ten, erhielten sie ein Leder für die Wagendccken und ein zweites für Gar-nirung des Kutschersitzes, der Kothflügcl u. s. w. Und heute, kaum10 bis 15 Jahre nach Erfindung der Häutcspaltmaschinen, sehen wir kei-nen Engländer, Franzosen und Deutschen mehr um den Besitz solcherMaschinen, sondern nur darum streiten, wer das Beste von diesem ma-schinen-gcspaltenen Leder angefertigt und zur Ausstellung gebracht hat.
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