Band 
Zweiter Theil.
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§. 59. Gefärbte Leber.

oder Lack) versehen sind. Hierher gehören die echten Saffiane (Maro-quins, Marokkoledcr) aus Ziegcnfcllen bereitet, die unechten Saffiane(ba-ismmes, diepir-,Iiii,8) aus Schaaffellen dargestellt, gespaltene Schaas-ledcr (l assrnuies keiulues, 8plit>) und dünn ausgearbeitete Kalbleder fürBuchbinder- und Portefeuilleinachcr-Gcbrauch. Diese Ledersorten sind allein Sumak (rluis coriai-is) gegerbt, und mir verschiedenen Narben (Appre-turen) versehen, die mit den Namen Englische, Deutsche , lang genarbte,levantirt, liste, glatt und dergleichen mehr belegt werden.

Die Gerberei dieser Leder geschieht in zweierlei Art. Nach der imOrient, der Türkei, Wallache!, Siebenbürgen rmd Ungarn geltenden Me-thode werden die Leder, nachdem sie von Haaren oder Wolle und Kalkbefreit und gereinigt find, in Form von Säcken zusammengenäht und dannmit einer Flüssigkeit angefüllt, welche aus einem Gemenge von kaltemWasser mit Sumakpulver besteht. Diese Gerbcbrühc durchdringt die zuSäcken ausgespannten Felle so rasch, daß in einem Zeitraum von unge-fähr drei Tagen die ganze Gerbung derselben vollendet ist. Dieselbe Artzu gerben wird auch hin und wieder in Deutschland, seltener in Frank-reich , allgemein aber in England bei Saffianen, «»gespaltenen Schaaf-sellcn und bei Kalbfellen in Anwendung gebracht. — Die andere Gerbc-methode ist die, daß man in passenden Gefäßen eine Gcrbebrühe, ähnlichder beschriebenen, aus Wasser und Sumakpulver bestehend, zubereitet undin dieselbe unter anhaltender Bewegung die (jetzt nicht genähten) Fellebringt. Diese Methode wird ungefähr 8 Tage Zeit erfordern zur voll-ständigen Umwandlung des Fleisches der Felle in Leder, und ist dieselbebin und wieder in Deutschland, allgemein aber in Frankreich im Ge-brauch; so auch für gespaltene Schaafleder in England. Weicht dasGerbeversahrcn in den verschiedenen Ländern schon so sehr von einanderab, so ist das der Saffian- oder der Farbig- Ledersabrikation selbst einnoch bei weitem mehr verschiedenes. Der Orient und die mit ihm obennambaft gemachten Staaten, verarbeiten die rohen Ziegen - und Schaaf-felle nur so weit, bis sie gegerbt und getrocknet sind; selten mir werdensie dort gefärbt und fertig gestellt. In diesem Zustande mit dem NamenMeschinleder (gleichbedeutend mit dem Französischen eu cronte) bezeichnet,geben sie dann nach Wien und mitunter über Leipzig auch nach Ost-preußen , Brandenburg u. s. w., um von den dortigen Fabrikanten mitFarbe versehen, geglänzt und apprctirt zu werden; alles waS an solchemLeder aus den Wiener oder Oesterreichischen Fabriken hervorgeht, ist inUngarn, der Türkei , der Wallachei u. s. w. gegerbt und von daher im-porlirt worden. Auch Süd-Frankrcich'S Städte Marseille , Air undBrignolles verarbeiten alljährlich große Mengen Ziegen-, Bock- unkSchaafleder bis zu dem angeführten Stadium der Fabrikation. Die da-für nötbigen rohen Bock- und Ziegenfelle werden zum Theil in der Ge-gend gewonnen, zum Theil aus Afrika und Spanien bezogen; zu Schaas-leder werden aber die Felle verwendet, welche in Süd-Frankreich selbst