Band 
Zweiter Theil.
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tz. 59. Gefärbte Leber.

Gebrüder I. K. Gamble in Philadelphia brachten eine beträcht-liche Anzahl schwarzer echter Sasfianfellc mit deutschen Narben versebcnzur Ausstellung. Ein Theil davon war mit Fett imprägnirt worden,einem andern Theil mangelte dasselbe und gerade dieser letztere hat unsseiner lebhaften tiefen Schwärze und seiner hübschen glänzenden Appreturwegen besonders angesprochen.

Was Oesterreichs Vertretung in dieser Lederabtbcilung betrifft,so haben wir nur der Ausstellungsstücke von Portschest in Her-mannstadt besonders zu erwähnen. ES bestehen dieselben nämlich in meh-reren Bock-, Ziegen- und Schaaffellcn, welche in Sumak gegerbt, genauin dem Zustande sich befinden, in welchem sie, wie am Eingang dieserLcderabthcilung besprochen, als Mcchinleder dem Wiener Markt zugeführtrmd von dasigcn Fabrikanten übernommen, gefärbt und fertig hergerichtetwerden.

Unter den Saffianfabrikantcn Frankreichs ncbmen Bavver inChoisp le Roi und Emmerich und Görgcr in Straßburg , den erstenRang ein. Beide Häuser sind nicht allein Deutschen Ursprungs, sondernes sind die in ihren Fabriken betriebenen Geschäfte auch nichts anderesals Verpflanzungen Deutschen Fabrikats auf Französischen Boden. DieseAussteller, ähnlich E. David und Gebrüder Giraud, Beide in Paris ,verfolgen, wie wir dieses im Eingang dieser Abtheilung bereits angedeutet,in Fabrikation der Leder einen von den Engländern und Deutschen ab-weichenden Weg.

Das Straßburgcr Haus beschäftigt sich beinahe ausschließlich nurmit Fabrikation echter Saffiane (Ziegenselle); den dafür nöthigen Roh-stoff bezieht dasselbe aus Deutschland (cirea 50,000 Stück alljährlich)und aus Frankreich . ES bezieht, je nachdem die Konjunktur dafür mehroder weniger günstig ist, diesen Rohstoff außerdem aber auch in halb-fertigem Zustande (o» ei-oute) von dem Marseillcr und Pariser Markt.

Die in rohem Zustande angeschafften Ziegenselle werden von Em-merich und Görgcr durch alle Arbeitsrubrikcn geführt, die in e>> croutebezogenen lediglich gefärbt und appretirt.

Ihre Erzeugnisse, besonders in schwarzer Farbe, haben sich in Frank-reich , zum Theil aber auch in England eines guten Absatzes zu erfreuenund verdient hier noch im Besonderen angeführt zu werden, daß inEngland der echte schwarze Saffian gar nicht angefertigt wird, sonderndaß es seinen ganzen Bedarf darin für Damcnschuhe und anderes ausFrankreich und Deutschland bezieht.

Die ursprünglich Fauler'sche, jetzt aber Bayver'sche Fabrik zuChoisp le Roi bei Paris verarbeitet jährlich ungefähr ebenso viel Ziegcn-selle als das Straßburgcr Haus; es bezieht dieselben zum Theil roh ausDeutschland und Süd-Frankreich, zum Theil gegerbt von dem Marseillcrund Pariser Markt. Bapver verarbeitet aber außerdem noch alljährigeine bedeutende Anzahl im Süden Frankreichs gegerbter Schaaffclle und,