282 XVI. Klasse. Leber und Lebcrwaaren, Pelzwerk und Häute.
sind die Lcdersorten, welche von C. George und Lutwychc undGeorge, Beide in London , ausgestellt worden sind; die Erzeuger dieserFabrikate vermochten wir übrigens nicht zu ermitteln.
Sehr umfangreich und keinen Zweig der Saffianfabrikation aus-schließend, ist das Lcdersortimcnt, welches Wilson, Walker undComp. zu Leeds in die Ausstellung gebracht haben. Dieselben, undsolches sieht man auf den ersten Blick, haben nicht ähnlich den eben ange-führten, ihre ausgestellten Stücke aus Tausenden von Ledern ausgewählt,haben dieselben nicht sorgfältig in Kasten verschlossen, um sie vor Staub,Schmutz und Sonnenlicht zu bewahren, auch nicht, wie die Franzosen , ihreLeder 20 und mehr Schuh hoch ausgehängt, um sie dadurch dein Bereichdes Gesichtes zu entziehen, sondern sie haben ihre Fabrikate ganz so ge-bracht, wie sie gewöhnlich vorkommen und sie offen und frei dem Publi-kum zur Untersuchung und Beurtheilung vorgelegt. Die Ausstellungs-stücke dieses Hauses umfassen, wie bereits angeführt, die ganze Sas-sianmanusaktur. Es bestehen dieselben in echten und unechten Saf-fianen (Schaasleder) gespaltenem Schaafleder, farbigem, mattem, appre-tirtcm und Naturkalblcder für Buchbinder und Hutmachcr. Wenigerschön als ihre hellfarbigen gespaltenen Schaafleder haben wir die dunkle-ren und namentlich die gefunden, welche mit glatter (liüöo) Appretur ver-sehen sind. Die mit levantirten (gekörnten) Narben versehenen Saffianeund gespaltenen Schaafleder sind sehr schön, und find es strobfarbigeSchaaf- und Kalblcder, zu Hutgarnituren bestimmt, welche durch Lebhaf-tigkeit der Farbe und durch ibre Reinheit sich besonders auszeichnen.
East und Eomp. in London haben auf der Fleischseite gefärbte,mit eingepreßten Dessins versehene Schaafleder ausgestellt, die, für Mö-belübcrzüge, Taschen, Mützen und dergleichen bestimmt, sich recht hübschausnehmcn. Dem angegebenen Zwecke nach sollen sie die Möbelplüscheuns andere Stoffe ersetzen; da ihnen aber die Schönheit derselben, derenhübsche Dessins u. s. w. mangeln und diese Leder überdem viel theurerals die eben angeführten Stoffe kommen, so kann von einem praktischenGebrauch der East'schcn Leder keine Rede sein.
R. B. Zakson in London will durch seine Ausstellungsstücke alsWiederhersteller und Reiniger schmutzig gewordener lederner Möbelüber-züge sich empfehlen.
Bei Gelegenheit der Besprechung der lackirten Leder haben wir desHauses Thomas Hall und Comp. in Sidncn aus Neu Süd Wallis erwähnt. Wir kommen auch in dieser Abtheilung aus dasselbe zurück undführen an, daß es sich mit Darstellung von farbigen Ledern ebenfalls be-schäftigt, und wenn auch dem von ihm zur Ausstellung eingesandtenSchaafleder noch Lebhaftigkeit ker Farben mangelt, so ist dagegen derenAppretur recht hübsch, und war es überhaupt im bohem Grade interessanthierdurch zu erfahren, daß auch im fünften Wclttheile ein reges Strebenfür Belebung der Ledermanufaktur sich kund giebt.