Band 
Zweiter Theil.
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§. 60. Alaun- oder Weißleder.

dünn ausgearbeitet oder geglättet bat, sind sie mit einem groben Natur-narben versehen worden. Die außer diesen Maroquins zur Ausstellunggebrachten gefärbten Schaaflcder sind von geringer Qualität; wir glaubendaher über sie so wenig als über die Ledcrcrzeugnisse von Tunis , welcheungefähr denselben Rang einnehmen, uns nicht näher aussprechen zusollen.

Was zum Schlüsse dieser vierten Abtheilung zu verhandeln bleibt,sind die Deutschen Erzeugnisse im Fache der Saffian- und Farbig-Ledcrsa-brikation. Im Vorhergehenden haben wir bin und wieder daraus hinge-deutet und namentlich unser Bedauern ausgedrückt, daß Deutschland indiesem Fache nur durch ein Fabriketablisscment vertreten war.

Wenn nun auch dieses Etablissement das größte unter Allen mitihm auf der Ausstellung konkurrircndcn ist, so können und werden wirdoch nicht leugnen, daß für sich allein cö nicht im Stande gewesen ist, derEnglischen und Französischen Konkurrenz, durch alle Rubriken hindurch,die Spitze zu bieten. Das jedoch dürfen wir hier aussprechen, daßungeachtet Mayer, Michel und Deninger in Main ; in beinahe allenLcderbranchcn sich bewegen, sie auch in der Saffianfabrikation gleicheFortschritte gemacht haben, und daß, wenn sie ihre Konkurrenten auchnicht übcrtroffcn haben, sie doch auch nicht von ihnen übertreffen wor-den find.

8. 60.

Alaun- oder Weißleder.

Wenn auch die Gcrbung der Häute und Felle in einer Alaunauflö-sung an und für sich eine sehr einfache ist, so schließt dennoch die in Redestehende Geschäftsbranche eine Ledcrklasse sich an, die unendlich wichtigist und der sorgfältigsten Bearbeitung bedarf; wir meinen damit die Fa-brikation der Felle für Glace-Handschuhe.

Was alaungare Häute betrifft, so finden dieselben unsers Wissensin England gar keine, in Deutschland nur selten, in Frankreich aber mehr-fache Anwendung. Die Ausstellung selbst liefert davon den Beweis, daaußer von Ostindien, der Türkei und Tunis nur von einem Französischen Fabrikanten, nämlich Fieur, Sohn sen. und Comp. in Toulouse ,solches Leder eingebracht worden ist. Die in Frankreich und auchwohl in Deutschland für diese Lcdcrgattung übliche Benennung ist Ouirck'IIonArio.

Die zu dieser Ledergattung verwendeten Ochsen- und Kuhhäute wer-den gewöhnlich grün vom Fleischer bezogen, auf mechanischem Wege,etwa mit einem Rasirmesser, ihrer Haare beraubt, gereinigt und dann ge-gerbt. Diese Gerbung wird dadurch bewerkstelligt, daß man eine Auf-lösung von ungefähr 10 Theilen Alaun und 1 Theil Kochsalz in der