Band 
Zweiter Theil.
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288
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288 XVI. Klasse. Leber und Lebcrwaare», Pelzwerk und Häute.

arbeitet das Jahr durchschnittlich über fünf Millionen Zickclfelle auf diebereits angegebene Weise, und diese fünf Millionen roher Felle, wovonzwei Millionen aus Frankreich selbst, eine Million aus Spanien , eineMillion aus Italien und eine Million aus Deutschland kommen, haben,70 Fl. pr. hundert Stück, einen Werth von 3,500,000 Gulden.

Grcnoble im Departement de l'Jsöre verarbeitet jährlich ungefähreine Million roher Zickelselle zu Handschuhleder. Dort werden aber auchHandschuhe sabrizirt, was in Annonay nicht der Fall ist. PoiticrSund das nördliche Frankreich verarbeiten keine Zickel-, sondern lediglichLammfelle zu Handschuhlcder und bringen sie diese ungefärbt zum Ver-kauf. Chaumont und Lünevillc dagegen arbeiten nichts oder sehrwenig in rohen Fellen, sondern sie beziehen, ähnlich wie Paris, in Anno-nay , Grcnoble und Poitierö gegerbtes Leder, das bei ihnen gefärbt und zuHandschuhen verarbeitet wird.

Nach uns in neuester Zeit gewordener Mittheilung sollen Grenoble's Fabrikanten für die geschicktesten Handschuhledcrfärber angesehen und eingroßer Theil der in Annonay gegerbten Leder dort gefärbt und hieraufnach Paris und Lünevillc gesandt und daselbst zu Handschuhen verarbei-tet werden.

Die Summe der alljährlich in Frankreich gearbeiteten Handschuh-lcder darf man auf sechs bis sieben Millionen Felle vom Zickel und vomLamme annehmen, und da jedes Fell 2 Paar Handschuhe liefert, so er-giebt dieses ein Quantum von zwölf Millionen Paar, wovon ungefährneun Millionen auf die Fabriken von Paris , zwei Millionen auf die zuGrcnoble und eine Million auf die zu Lünevillc kommen. Der kleinereTheil dieser Handschuhe wird in Frankreich verbraucht, der bei weitemGrößere geht nach England, Nordamerika und anderen Ländern.

Die Handschuhfabrikation Luremburg's ist die bedeutendste imDeutschen Zollverein. Wir dürfen annehmen, daß daselbst alljährlichcirca 500,000 Stück Zickclfelle und eben so viele Lammfelle zu Hand-schuhen verarbeit werden, was zu zwei Paaren per Fell, ein Quantum vonungefähr einer Million ergicbt. Die dortigen Fabrikanten beziehen dieeben angegebene Zahl Zickclfelle im rohen Zustande und machen sie selbstfertig; die Lammfelle aber lassen sie größcrentheiis in gegerbtem Zustandeaus Paris kommen, färben sie in Luremburg und verarbeiten sie daselbstzu Handschuhen.

In Oesterreich wird die Handschuhfabrikation auch in großemMaaßstabe betrieben. Prag liefert dazu die gegerbten Leder, in 250,000Stück Zickelfellcn alljährlich bestehend, und Wien die Lammleder in einemQuantum von einer Million. Die Präger Handschuhledersabrikationgeht bis auf geringe Ausnahme auch nicht weiter als die von Annonay ,und werden die in dieser Stadt erzeugten Leder nach Wien gesandt, umdaselbst gefärbt und zu Handschuhen fertig gestellt zu werden.