290 XVI. Klasse. Leder und Lebcrwaare», Pclzwerk und Häute.
Schuhsuttcr bestimmt, in der Saffianfabrikation vorkömmt und das, stattzu farbigem Leder verwendet zu werden, in Alaun gegerbt wird.
Das von Peter Bonlogne in Prag , welcher die bedeutendsteHandschuhlederfabrik in Oesterreich besitzt, zur Ausstellung gebrachte Lederbesteht in weißem naturfarbigen Kitz- und Lammledcr, und befindet sichdasselbe somit ganz in dem Zustande, bis zu welchem diese Ledergattung inAnnonay hergerichtet wird. Das Boulogne 'sche Fabrikat wird größe-rentheils nach Wien gebracht um daselbst gefärbt und zu Handschuhenverarbeitet zu werden. Dessen Zartheit, Weichheit und Dehnbarkeit hatuns in besonder»! Grade gefallen.
Die alaungarcn Schaasselle des A. L. Topp in Kopenhagen sinduns als ein ganz gewöhnliches Produkt erschienen. Die von ihm einge-brachten, anscheinend mit Weidenrinde gegerbten, für Dänische Handschuhebestimmten Lammfelle haben uns dagegen ihrer zarten, weichen Beschaf-fenheit wegen sehr angesprochen. Die diesen Ledern beigefügten Hand-schuhe habe jene nicht unbeliebte bräunliche Lohfarbe.
Geschwister Griff on in Paris haben weißes alaungaresSchaafledcr ausgestellt; ein Theil desselben ist hübsch weiß, ein andererschmutzig und fettig. Die Aussteller, welche sich zum Reinigen solchenLeders empfehlen, und ihr Geheimniß dafür zum Verkauf ausbieten, habenbeide Ledcrsorten zu dem Zweck ausgestellt, damit man Gelegenheit erhalte,ihre gelungene Arbeit kennen zu lernen. Daß das Medikum in etwasanderem als in nasser auf die fetten Stellen des Leders aufgetragenerPfeifencrdc bestehe, um dann, in einen heißen Raum gebracht, das Fettdurch diese Pfcifenerde aufsaugen zu lassen, möchten wir bezweifeln, ohnenatürlich darüber Gewißheit zu haben. Wir glauben jedoch die eben an-gegebene Methode als eine der einfachsten und sichersten zur Erreichungjenes Zweckes empfehlen zu können.
In hohem Grade interessant sind die Ausstellungsstücke von Jou-vin und Doyon, Lavier Jouvin Wittwe und I. B. Barrandein Paris . Das erste Haus repräsentirt die berühmteste HandschuhfabrikFrankreichs ; seine Erzeugnisse sind die beliebtesten, die am meisten gesuch-ten und am theuersten bezahlten. Die von ihnen und Jouvin Wittweneben einem großen Assortiment von Glace-Handschuhen ausgestelltenLeder, gleich den ähnlichen von Barrande, sind unserer Ansicht nachAnnonayer Fabrikat, das halbfertig nach Paris gekommen, von diesenAusstellern gefärbt und weiter zubereitet worden ist.
Außer diesen Handschuhlcdcrn hat nun Barrande auch noch dieLedersorte ausgestellt, welche als nicht feinnarbig und zart genug fürHandschuh, nur für Damcnsußbekleidung sich eignet, und welcher ertheils eine bronze, theils eine schwarze Farbe hat ertheilen lassen. DieseLeder sind ihrer besondern Zähigkeit und Stärke wegen, die sie mit einemhohen Grad von Weichheit und Milde vereinigen, für die Fußbekleidungsehr beliebt.