Band 
Zweiter Theil.
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§. 61. Sämi'schgare Leder.

Die von Lolagnier in Paris ausgestellten Schaaf-, Lamm- undKitzleder sind nur erst in Alaun gegerbt, haben also noch keine andereals ihre Naturfarbe.

Die von den Herrn Ranninger und Söhne in Altenburg zurAusstellung gebrachten alaungaren Kitz- und Lammfelle sind theils natur-farbig weiß, theils gefärbt. Die auf diese Leder verwendete Arbeit ver-dient alle Anerkennung.

Die von der Ganterie fran^aisc de l'Union zu Luremburgneben einem großen Sortiment von Handschuhen ausgestellten alaungarenLeder bestehen zum Theil in naturfarbigen und in gefärbten Kitz- und Lamm-fellen, zum Theil aber auch in der bereits bei Barrande besprochenenschwarz- und bronzefarbigen Ledersorte, welche für Damcnfußbekleidungbestimmt ist. Diese von dem unbezwcifelt größten Handschuhfabrik-Etablissement des Deutschen Zollvereins eingelieferte Ausstellung verdientbinsichtlich ihrer vortrefflichen Erzeugnisse alle Beachtung. Ihre Ledersind schön gearbeitet, vollkommen weich und dehnbar, ihre Farben lebhaftund mit Geschmack gewählt; nur finden wir die zu Damenschuhcn bestimm-ten bronzefarbigen und schwarzen Leder für diesen Zweck etwas zu hartund nicht dehnbar genug.

Die von CHS. Ressegueire in Genf ausgestellten Kitz- undLammleder sind auch nur weiß, naturfarbig, und also zur Handschuhfa-brikation noch nicht fertig hergerichtet, aber recht weich, zart und dehnbargearbeitet.

§. 61.

Sämischgare Leder.

Die rohe Haut des Thieres hat die Eigenschaft, nicht allein mitdem Gerbestoff und dem Alaun unauflösliche Verbindungen einzugehen,sondern sie thut dieses auch mit verschiedenen Fettarten, und wird die Ver-bindung des rohen Felles mit Fischthran im Allgemeinen mit dem Aus-druck sä misch gar bezeichnet.

Wir besprechen somit in dieser Abtheilung unseres Berichtes dieSämischgerberei und die hiernach bereiteten auf der Londoner Aus-stellung befindlichen Leder.

Die für diese Ledergattung bestimmten Häute und Felle werden mit-telst Kalkwasser und einer darauf folgenden mechanischen Prozedur ihrerHaare beraubt, und wird die bei andern Ledersorten sonst sorgfältigst be-handelte Narbenseite bei dieser mit dem Schabeisen gänzlich abgestoßenund entfernt. Die so behandelten Häute und Felle werden hierauf,ohne vom Kalk gereinigt zu sein, von dem in ihnen noch befindlichenWasser mittelst Auswinden und Auspressen befreit und dann zur Walkegebracht.

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