Band 
Zweiter Theil.
Seite
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ZZ6 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbinderarbeiteu.

groß bei den verschieben«» Methoden, das Maschinenpapier nachträg-lich zu leimen und zum zweitenmal zu trocknen, der Spielraum ist, in wel-chem sich die Resultate denen der früheren Leimung und Lufttrocknungnähern oder denselben ferner bleiben können.

Die Anwendung des thierischen Leims wird übrigens in Englandhäufig sehr übertrieben, so daß der Bogen fast mehr die Eigenschafteneiner dünnen Leimtafcl als eines aus Papiermasse bestehenden Körperszeigt. Dies tritt besonders stark bei den Papieren hervor, welche aus derPapiermaschine selbst mit thierischem Leim nachgeleimt werden, und unmit-telbar darauf das zweite Trockenwalzcnsystem passiren. Weil hierbei derLeim keine Zeit hat gehörig einzudringen, und weil ihn die nachfolgendeschnelle Trocknung teilweise wieder zerstört, auch nur ein unbedeutendstärkeres Einschrumpfen des Bogens zuläßt, als bei der ersten Trocknungstattfand, so suchen die Fabrikanten diese Mangel durch ein Uebermaaßsehr starken Leims zu ersetzen. Hierdurch wird wohl der Angriff gebessert,ohne aber der eigentlichen Festigkeit wesentlich zu nützen; auch wird wohldie Haltbarkeit der Leimung erzielt, allein es kommt dann häufig vor, daßder Bogen beim Schreiben die Tinte nicht annehmen will, ein Uebelstand,der Jedem ausgefallen sein wird, der sich der Englischen Papiere bedient.Insbesondere zeigt sich dieser große Uebelstand an den Stellen des Bo-gens, die von dem Ballen der Hand etwas erwärmt worden waren.Ueberhaupt kann der thierische Leim nur dann einen wirklichen Vorzugvor derBüttenleimungbeanspruchen, wenn er nickt blos auf derOberflächeliegt, sondern den Bogen ganz durchdringl, und wenn dabei eine sehrlangsame zweite Trocknung stattgefunden hat.

Ungeleimte Druckpapiere kennt man in England nicht. Die Bücher-druckpapiere werden mit vegetabilischem Leim in der Bütte geleimt, geradewie in Deutschland die Schreibpapiere und die meisten Zeitungspapiereleimt man sogar mit thierischem Leim nach.

Außer diesem abweichenden Vcrsabren in Bezug auf die Leimungund was damit zusammenhängt, ist in der eigentlichen Fabrikationder Unterschied der Englischen und der Teutschen oder Französischen Me-thoden nicht so groß. Doch mag gesagt werden, daß im Allgemeinen dieEngländer den Stoff länger (langfaseriger) mahlen und daß sie fernerdie Lumpen durch Kochen mit Hochdrucks etwas stärker, durch Bleichendagegen etwas schwächer anzugreifen pflegen.

Die Englischen Schreibpapiere werden außerordentlich stark geglät-tet und zwar zwischen polirten Messingplatten, während man in Deutsch-land Zinkplatten hierzu verwendet. Die außerordentliche Glätte wirktbäufig mit der überstarkcn Leimung dahin zusammen, daß, wie bemerkt,das Papier die Tinte nicht annimmt; im Uebrigen ist sie nur angenehm,und erhöht das Ansehen des Papiers ungcmein.

Im Färben der Papiere stehen die Engländer gegen die Franzosen