Band 
Zweiter Theil.
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tz. 68. Großbritannien und Irland. ZZ7

und Deutschen etwas zurück. Die gewöhnlichen Schreib- und Postpapierekommen in drei Nüancen vor:

1. Cresm, milchweiß, gar nicht gebläut.

2. Vellvrv^), bläulich.

3. lil-ie, sehr stark gebläut, weit stärker, als dies in Deutschland gebräuchlich ist.

Die letztere Färbung ist die sür Schreib- und Postpapiere beliebteste;dann solgt k'reni»; am scltestcn sieht man die Zwischenstuse Vellorv. Weilsür so starke Bläuung ein großer Auswand von Farbe erforderlich ist,tbizu scinigcn Pfunden Ultramarin aus den (str. Papier), so ist demnach in(England der Unterschied zwischen den Preisen der Oreaiu und Ulm- pa-pe,-s weit bedeutender, als dies in Deutschland vorkommt.

Zum Bläuen verdrängt das Ultramarin die Schmälte (Kobaltblau)immer mehr. Aber abgesehen davon, daß die Anwendung des erstge-nannten Farbmittels sich nur schwierig mit der animalischen Leimungverträgt, verstehen auch die wenigsten Fabrikanten dasselbe gehörig mitdem Stoff zu verbinden. Namentlich zeigen die dicken, stark gebläutenSchreib- und Postpapiere sehr häufig eine ungleiche Vcrtheilung derFarbe; am auffallendsten ist dies aber bei solchen Sorten, worin mittelstDaiickv l-o>Ioi'8 Nippen und Wasserzeichen eingedrückt worden sind. Die-selben treten häufig aus der einen Seite dcS Bogens so auffallend hervor,als ob sie mit weißer Farbe aus blauen Grund gedruckt worden wären.Im Durchschnitt stehen die Englischen Papiere im tzüstre und in Gleich-mäßigkeit der Farbe den Deutschen und noch mehr den Französischen nach.

Ein so eigenthümliches Festhalten an alten Gewohnheiten, wie derEnglische Konsument in Bezug aus die animalische Lcimung offenbart,zeigt er auch in seiner Vorliebe sür das gerippte Papier (>M psper) undfür die Wasserzeichen. Seitdem man Beides aus einfache Weise mit den!)u>>ck)' rollere (ksZontteur^, Siebwalzcn) erreichte, wird der größte Theildes Englischen Maschinen - Schreib- und Postpapiers dem früheren mitDrahtformen geschöpften Handpapier so ähnlich angefertigt, daß nur einKenner beides zu unterscheiden vermag. Die Ausstellung lieferte davonden Beweis.

Wenn aber schon das gewöhnliche gerippte keineswegs schöner ge-nannt werden kann, als das glatte Velinpapier (>v»ve paper), so ist essicherlich eine wahre Verirrung des Geschmacks, wenn in neuerer Zeit daSsogenannte IMmasc IM Paper in Mode gekommen ist, wobei die Rippen(also die Schußdrähte der Oruuiy rollers) nicht gerade lausen, sondernzwischen den einzelnen, etwa 1 Zoll von einander entfernten Nähdrähtenin schiefer Richtung abwechselnd auf- und absteigen. Nicht blos die Durch-sicht, sondern auch das ganze äußere Ansehen des Papiers wird hierdurchverdorben.

Die Wasserzeichen werden, wie früher aus die Formen, jetzt aus dievsnckv roliers aufgenäht. Da jede Englische Maschine mit einem Quer-II. 22