Band 
Zweiter Theil.
Seite
356
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Z50 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbiudcrarbeiteii.

auf einer Seite sichtbar, im Uebrigen aber die Nachahmung der in Eng-land gangbaren Schreibpapiere gut gelungen.

Während übrigens die Rippen auf dem Metalltuch durch denOaiill)' roller hervorgebracht sind, werden die Wasserzeichen erst beim Sa-tiniren in den trockenen Bogen eingepreßt, indem man die Zeichen auf dieGlanzpappcn auflegt,— eine von Schäuffelen erfundene Methode. Escristiren somit drei verschiedene Manieren, das Maschinenpapier mitWasserzeichen zu versehen: die Englische, wobei sie auf dem Metalltuchder Papiermaschicne durch Il-uuly roller«, die Französische, wobei sie ausder ersten Trockenwalzc durch gravirte Rollen, und die Deutsche , wobei sienicht auf der Papiermaschine selbst, sondern erst beim Satinircn einge-drückt werden. So schön die Wasserzeichen nach letzterer Methode wer-den, so ist dieselbe doch etwas kostspielig; ist erst die Französische Methodevollständig ausgebildet, so dürfte sie in Berücksichtigung des Kostenpunktesvor der Englischen sowohl als vor der Deutschen den Borzug verdienen.Ucbrigens wenden einzelne Fabriken im Zollverein auch die Il.uul v roller«zu Wasserzeichen an, z. B. Hösch u. Söhne, und von L. Pickte sahenwir Proben ausgestellt, die offenbar nach dem Französischen oder einemganz ähnlichen Bcrfabren mit solchen Zeichen versehen worden waren.Ehe sich übrigens unsre Fabrikanten entschlossen haben, Querschncidmaschi-nen unmittelbar hinter die Papiermaschinen zu legen, wird die Erzeugungvon Wasserzeichen aus mechanischem Wege unvollkommen und unprak-tisch bleiben.

Allgemeine Aufmerksamkeit zogen die ausgestellten Maschinen-Kar-tonpapicre von Rauch aus sich, die aus zwei verschieden gefärbten Bogenbestanden, und hauptsächlich für Bücherdcckcn, Umschläge u. s. w. dienen.Sie hatten eine Festigkeit, welche den aus zwei aus einander geleimtenBogen bestehenden Kartcnpapicren sehr wenig nachgab, und der außer-ordentlich innige Zusammenhang der beiden Blätter zeigte deutlich, daß siebereits im ersten Stadium der Bogenbildung mir einander vereinigt wor-den waren. Der in England renommirtefte Fabrikant dieser Papiersorten,Tickinson (welcher übrigens nicht ausgestellt batte), hat auf seinen mitdoppelten Siebcylindern versehenen Maschinen das Fabrikat von Rauchkaum erreicht, geschweige denn übertreffen; ebenso wenig die Französische?az>eterio cku älarai« et sie blto. älgrio. Vielfachen Beifall fanden auchdie Kartons von Rauch, wo ein Bogen Druckpapier mit einem geleimtenBogen vereinigt war.

Wie uns versichert ward und nach den ausgestellten Proben, wobeider zweite Bogen nur in einzelnen Streifen den ersten deckte, ganz erklär-lich erscheint, erzeugen Gebrüder Rauch diese Kartons nach einer vollstän-dig neuen Methode. Bisher geschah dies, so weit man sie überhauptmechanisch anfertigte, auf besonderen Papiermaschinen, die entweder mitzwei übereinander liegenden Metalltüchern oder (bei der Leistenschneiver-schein, auch Zuberschen oder Dickinsonschen Cylindermaschine) mit zwei auf