Z58 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbinderarbeiten.
Außerdem hatte nur noch Joh. Eggerth aus Stubenbach beiSchuttenhofen (Böhmen ) eine eigenthümliche Spezialität zur Ausstellunggebracht, nämlich sogenanntes Flanellpapier, aus Abfällen der Wollen-spinnerei angefertigt. Dasselbe hat die Dicke und den Angriff eineswollenen Tuch- oder Filzstoffes und dient zum Verpacken von Spiegelnoder Glaötafeln, wozu es offenbar sehr geeignet erscheint.
In der Italienischen Abtheilung erschienen besonders bemer-kenswerth schöne gerippte und Velinmaschinenpapicre von GebrüderCini aus St. Marcello in Toskana . Dieselben waren in jeder Be-ziehung ausgezeichnet und selbst nach Englischer Methode mit Wasserzeichenversehen; ja es waren sogar, um die Aehnlichkeit mit Handpapier voll-ständig zu machen, die beschnittenen Ränder mittelst Maschinerie, gleichdem Rande des Büttenpapiers, ausgezackt worden. Ueberhaupt sind diebesseren Italienischen Fabriken fast sämmtlich von Engländern gebaut,mit Englischen Maschinen versehen und werden, bis auf die thierischeLeimring, nach Englischen Methoden betrieben.
P. Miliani aus Rom hatte recht schöne an der Bütte gefertigteKupferdruck - und Schreibpapiere ausgestellt.
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Belgien, Niederlande und die Schweiz .
Die Belgische Papiersabrikalion, die mit der Französischen ziemlichauf gleicher Stufe steht und sich in gleicher Weise entwickelt hat, warzwar nur durch einen Fabrikanten, Godin und Sohn in Hup, reprä-sentirt, dessen Muster sich jedoch sehr auszeichneten und dem besten, wasFrankreich in Maschinenpapieren ausgestellt hatte, sehr wenig nachstanden.Reinheit und ein außerordentlich fester Angriff charakterisirtcn dieselben.Nur die Leimring ließ mitunter etwas zu wünschen übrig. Unter den far-bigen Papieren war in Himmel- und Cavalierblau das schönste geleistet,was die ganze Ausstellung auszuweisen batle, sei es, was die Zartheit, seies, poas die außerordentliche Tiefe der Färbung anbelangt, die der Cylin-dertrocknung halber beim Maschinenpapier so schwer zu erreichen ist.Sehr schön war auch ein dunkelschwarzes Rollenpapier (Papillotten-papicr), dessen Anfertigung aus gleichem Grunde schwierig ist. Bemer-kenswerth war diese Ausstellung noch öurch ihre große Vollständigkeit;kein Fabrikant hat seine Leistungen in so außerordentlich verschiedenenSorten gezeigt.
Godin hatte auch liniirte Schreibpapiere ausgestellt, die wahrschein-lich unmittelbar hinter der Papiermaschine durch ein Liniirapparat ange-fertigt waren.- Die vielfache Verwendung, welche sich für solche Papierefindet, und die Einsacheit und geringe Kostspieligkeit ihrer Darstellung aufsolchem Wege machen diese Methode ganz empfehlenswerth.