Z74 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbinderarbeiten.
Die imitirten Chinesischen Papiere kosten bei Montgolsier28 Frcs. per Ries u 4^ Kil. oder 25 Sgr. per Zollpsund. Die Preisevon Gebrüder Breton stehen ungefähr gleich hoch. Echte (d. h. ausden gleichen Substanzen wie in China gefertigte) Papiere dieser Gattungliefert Montgolsier in 1!r. -biZIe Format zu 35 Frcs. per Ries ü 3^Kil., oder zu I Rthlr. 10 Sgr. per Zollpfund.
Von den künstlichen Pergamenten kosten die aus vegetabilischenStoffen (Hanfabfällen) 3 Frcs., desgleichen die auf einer Seite marmo-rirten 4 Frcs. per Kil. oder 12 Sgr. und 16 Sgr. per Zollpsund. Dieanimalischen Pergamente kosten in der Stärke für Marinepatronen5 Frcs. 50 Ct. und in den dünneren Sorten bis 10 Frcs. per Kil., oder22 Sgr. bis 1 Rthlr. 10 Sgr. per Zollpsund. Es ist keine Frage, daßdieser hohe Preis in der Neuheit des Fabrikats, in dem Mangel an Kon-kurrcnz seinen Grund hat; die Höhe der Produktionskosten kann ihnnicht erklären.
Zum Schluß erwähnen wir noch der einfarbig bedruckten, nichtgrundirten Tapeten der I'npetei-!«' cku Kouelre, wegen ihres unglaub-lich billigen Preises. Die Rolle graues Tapctenpapier, das dazu ver-wendet war, kostete (etwa ^ Psd. schwer) 14 Cent. und von den bedruckten fertigen Tapeten die erste Sorte nur 25 Cent. oder 2 Sgr., die zweite30 Cent. oder 2 Sgr. 5 Pf. per Rolle. Die mehrfarbigen Piette'-schen Maschinentapeten kosten (freilich von weit besserem Papier und dieRolle 18 Loth schwer) in 3 Sorten: 2, 2^ und 3^ Sgr.
Mit Frankreich und England sind nun die Hauptländer besprochen,deren Konkurrenz der Zollverein aus dritten, insbesondere überseeischenMärkten hauptsächlich zu begegnen hat. Während die außerordentlicheHöhe der Zölle beider Länder eine Konkurrenz aus deren eignen Gebietenallerdings nur in ganz beschränktem Umfang gestattet, haben wir dagegenden Zollverein auf neutralem Boden fast in allen Sorten jenen, in an-deren Industriezweigen vielfach übermächtigen Nebenbuhlern entschiedenüberlegen gesunden.
Wir besprechen nun noch in der Kürze die Papierprcise der übrigenStaaten, mit besonderer Berücksichtigung ob und in wie weit der Zollver-ein dort Absatz für sein Fabrikat zu finden vermöchte.
Was zuerst Belgien betrifft, so sind dessen Preise im Allgemeinenden Französischen gleich. Zeichnen- und Post- und Seidenpapier steheneher noch etwas höher, gewöhnliches Schreib- und Druckpapier etwasniedriger als in Frankreich, jedoch unbedeutend. Mit Deutschland ver-glichen stehen also fast alle Belgischen Papiere um soviel im Preise höher,als wir dies bei den einzelnen Sorten Französischer Papiere ermittelten.Da nun in Belgien der Eingangszoll aus Papier nur 15 Prozent (inFrankreich gegen 120 Prozent) vom Werthe beträgt, so folgt hieraus,daß wir in Briefpapieren und überhaupt in feineren und dünnen Sortensehr wohl dorthin zu erportircn im Stande sind, wie dies denn auch in