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§. 92. Deutsche Land- und Seekarten »nd Pläne.
Die graphische Darstellung sämmtlicher Ortschaften, so wie die BcZeichnung jedes anderen TcrraingegcnstandcS ist überall in möglichst voll-ständiger Verjüngung ibrcr geometrischen Formen nach dem Bilde derOriginalausnahmc gegeben, und cS ist deren politische Klassifikation gegen-einander nur durch die Schrifthöhcn ihrer Nomenklatur dergestalt ange-deutet, daß 1. die Städte von 5000 Einwohnern oder mebr, und dieAmtssitze; 2. alle anderen Städte und Flecken; 3. sämmtliche Dorfschaf-tcn und 4. alle einen besonderen Namen führenden einzelnen Gebäude,Vorwerke, Schäfereien u, s. w, in abgestuften Charakteren angegebensind. Den Straßen, Fußsteigen und Flüssen ist eine besonders deutlicheEintragung gewidmet. Die Gattung der Waldungen konnte, bei den inder neueren Zeit so häufigen Veränderungen der Forstkultur, blos durchunterscheidende Angaben dcS Nadel - und LaubholzeS bezeichnet werden.
Für die Tcrraindarstcllung ist nach dem Verfahren der Sächsischen Schule die Richtung der schiefen Fläche durch Pcrpendikularität derSchrasfire aus die Horizontalen, und der Neigungswinkel derselben durchgraduirtc Einthcilung der schwarzen Töne dargestellt. Grade nach dieserSeite möchte cS kaum möglich sein, ein sprechenderes, ausdrucksvolleresBild der LandcSgestalt zu liefern, wie wir cS in diesem, der Teutschen.«artcntechnik zur höchsten Ehre gereichenden Werke besitzen; wenn inFolge dessen in sehr koupirtcn und steilen Gebirgslandschaften die Berg -abhänge mitunter fast ganz schwarz ausfallen mußten, so ist, zur Anbrin-gung der Schrift, deren unmittelbar umgebende Einfassung in solchen Fäl-len hell gelassen.
Die erste Lieferung, enthaltend die Sektionen Dresden , Stolpcn,Altenburg , Chcmnitz und Wicscnthal ist zu DrcSdcn in den Jahren1821—1835 in Kupfer gestochen und herausgegeben.
e. Hessen . BauerkellerS Präganstatt (JunghauS undVenator) zu Darmstadt hatte außer den schon oben (I. S. 231 und II.S. 413) erwähnten orographischcn Reliefkarten, wofür ihr in der erstenKlasse die Prcismedaille zuerkannt wurde, die bis jetzt erschienenen fünfHefte von „BauerkellerS Handatlas der allgemeinen Erdkunde, der Län-der- und Staatenkunde, zum Gebrauch beim methodischen Unterricht undSelbststudium, sowie für Freunde der anschaulichen und vergleichendenErdkunde überhaupt in 80 Karten nebst einem Abrisse der allgemeinenErdkunde und der physischen Beschreibung der Erdoberfläche, statistischenUebersichten und topographischen Registern, bearbeitet von L. Ewald",ausgestellt. Die weite Verbreitung, welche BauerkellerS Reliefkartenvon Europa, Deutschland, Frankreich und der Schweiz in allen civilisirtenLändern gesunden haben, beweist, wie allgemein das Bedürfniß einernaturgetreuen, anschaulichen Darstellung der Bodcnsormcn gcfüblt wurde.Die neugestaltete Erdkunde hat es sich vorzugsweise zur Ausgabe gemacht,die Wechselwirkungen nachzuweisen, welche zwischen der Bodenbeschaffcn-