Band 
Zweiter Theil.
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490 XVI». Klasse. Farben, Muster, Färberei und Druckerei.

Weiler im Modellircn ausgebildet. Daö Unterrichtsministerium empfahlmittelst AusschreibenS vom 7. Juni >844 Dupuis Unterrichts - Me-tbodc zur allgemeinen Einführung; später ist sie auch in mehrerenDeutschen (Darmstadt, Karlsruhe) und Britischen Anstalten eingeführt.Sodann sind die Schulen und Ateliers der eigentlichen Destillateure, fürdie Zeichner von Profession, welche die Dessins für die ausübendenGewerbe komponiren, kopiren und patronircn, von entscheidendem Ein-flüsse. Das dritte und die Hauptsache abdr sind Ideen, Motive undKompositionen von wahrem künstlerischen Schvpfcrsinn, welche den Anhaltzu neuen Mustern geben. Ein Dcssinzcichncr, wenn er auch sein Fachvöllig versteht, erreicht doch selten jenes außerordentliche Kunsttalcnt,dessen Schöpfungen gleich den Meisterwerken der klassischen Maler undBildhauer ansprächen; und selbst wenn er es erreicht, so schafft jederKünstler nur seine eigne, meistens enge Gattung von Darstellungen selbst-ständig; der Fabrikant muß aber, den mannigfaltigen Formen seinerErzeugnisse und dem verschiedenen Geschmack des Publikums entsprechend,mannigfaltige und neue Muster haben. Zu diesem Zweck bedarf dieIndustrie der näheren Einwirkung solcher Künstler, welche durch ihreTalente wahrhaft werthvolle neue Schöpfungen hervorbringen. DieBereinigung aller dieser Hülfsmittel in PariS und Lyon , daS ausdauerndeZusammenwirken von Fabrikanten, Künstlern und Gelehrtenfür diese Zwecke sind Hauptgrundlagc des blühenden Gewcrbbctriebs dieserHaupteentren der Destinkvmposition und Modcnbildung "I.

Die Kunstschule in Lyon ist namentlich von Bedeutung für diedortige Seidenmanusaktur, und besonders von der Handelskammer daselbstwird seit einer Reihe von Jahren in jeder Art gestrebt, den Geschmackder Erzeugnisse zu heben. In Anerkennung dieser Bestrebungen und imbesonderen für die ausgestellte geschichtliche Sammlung von LvonerScidensabrikaten, durch welche der allgemeine, durch ihre Bemühungengeförderte Fortschritt dieses Zweiges dargelegt wurde, erkannte die Juryder Handelskammer eine (nicht klassificirte) große Verdienstmedaille zu.

In Oesterreich gründete Fr. von Art hab er in Wien schongegen 1830 am Kaiserlichen polytechnischen Institut einen jährlichenPreis auf gelungene Orignalshawlzeichnungcn. Dieser Prämienfondswurde später von Fabrikanten und Gewcrbssrcundcn erhöht, jährlicheKonkurse eröffnet und verdienstvolle Kompositionen belohnt. Außerdemsehten sich die größer» Fabrikanten von Shawls lind gemusterten Waaren,welche seil langer Zeit theils selbst öftere Reisen nach Frankreich unter-nahmen, theils eigne in ihren Anstalten angestellte Zeichner dahin sen-deten, schon in den 1830er Jahren mit den ' . . von

Paris, Lyon und Mühlhanscn in dieselbe Verbindung, wie die Fran-zösischen Fabrikanten und erwarben von denselben Dessinzeichnungcn,welche ihrem Bedürfniß entsprachen.

Mit dem polytechnischen Institut waren seit dessen Entstehung Ge-